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Chapter 17 (transliteration): Deutsche Logen und Vereine

Siebenzehntes Kapitel.
Deutsche Logen und Vereine.

Geschichte des Ordens der Hermanns-Söhne in Iowa.
Zusammengestellt von A. C. Lutze, Ex-National-Groß-Deputy.

[Bild: Hermann der Cherusker]

 

Seid mir gegrüßt als neues Glied

Des Ordens der Hermannssöhne!

Der deutsche Laut, das deutsche Lied, In Iowa nun scheulos ertöne!

 

Laßt auch hier das Lied ertönen

Von der Freundschaft, Lieb' und Treu';

Er geziemt den Hermannssöhnen,

D'rum erschall' es stets auf's Neu!

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Nehmt ein Beispiel an dem Helden,

Der einst die Tyrannen schlug,

Und auf Deutschland's Urgefilden

Das Panier der Freiheit trug!

 

Wie einst Hermann der Cherusker

Trat für Freiheit in die Schranken,

So dürft Ihr als Hermannssöhne

Nie vom Pfad der Freiheit wanken!

 

Da der Raum an dieser Stelle es nicht zuläßt, die Geschichte des Ordens der Hermannssöhne eingehend zu erzählen, so werden wir dieselbe nur flüchtig berühren und dann auf die Beschreibung des Ordens im Staate Iowa selbst übergehen.  

Als Anfangs der 40er Jahre die Deutschen der Stadt New York sich vor dem nativistischen Janhagel nicht mehr einzeln zu schützen vermochten, da regten sie eine Vereinigung unter sich an, um mittels dieser in gemeinsamer Weise die ihnen in der Verfassung dieses Landes gewährleisteten Rechte besser wahren zu können. Das war aber nicht so leicht gethan, denn die Fremdenfresser und Deutschenhasser legten ihnen allerlei Hindernisse in den Weg; aber die Ausdauer half den Geächteten doch schließlich zum Ziele. Nach längerem Berathen der schwierigen Sache kamen am 27. Juni 1840 acht wackere deutsche Männer im "Henry Clay House", Ecke 11. Straße und Avenue A, in New York zusammen, um den Grundstein zu dieser Schutzwehr zu legen. Von den Namen dieser acht braven Vorkämpfer für die Rechte der Deutschen in Nordamerika sind indessen nur sieben zu ermitteln, und diese lauten wie folgt: Georg Heiner, John Blatz, J. Köhler, M. Schwendel, John Mohr, C. Scheck und .... Auer.

Diese acht Männer beschlossen nach längerer Erwägung, die "Deutsche Abtheilung No. 1" zu gründen, und dieselbe wurde einen Monat später mit einer ansehnlichen Mitgliederzahl installirt. Später, nachdem eine Anzahl von Abtheilungen im Staate New York in's Leben gerufen worden waren, veränderte man den Namen "Abtheilung" in "Loge" und gründete einen Central-Verband, welchen man "Orden der Hermannssöhne" taufte. Der letztere Name wurde am Passendsten befunden, weil man Hermann den Cherusker, der einstens die deutschen Völker gegen ihre Unterjocher vereinigte, als gutes Vorbild betrachtete, und so beschloß man, die Deutsch-Amerikaner unter dem Banner dieses Schutz-

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Patrons zu vereinigen, damit sie gemeinsam für ihr gutes Recht und gegen ihre nativistischen Verfolger kämpfen könnten.

Um in erster Linie hierzulande für die Erhaltung der deutschen Sprache wirksam eintreten zu können, wurde beschlossen, daß alle Verhandlungen dieses Ordens in den Versammlungen für immer in deutscher Sprache geführt werden müssen. Ferner wurden die Hauptzwecke des Ordens durch Annahme des folgenden permanenten Paragraphen festgestellt: "Die Pflege deutscher Geselligkeit und Tugenden, Uebung des Geistes durch gegenseitige Belehrung und durch Meinungsaustausch, gegenseitige Unterstützung in Krankheits- und Sterbefällen, sowie in anderen Lebenslagen, Erhaltung und Pflege der deutschen Sprache in Schule und Haus, sowie aller guten deutschen Sitten; die Verbreitung wahrer freiheitlicher Gesinnungen und eine heilige Erinnerung an unser Geburtsland wach zu halten, ist der Zweck dieses Ordens." Zur Devise wählte man denn das schöne Motto "Freundschaft, Liebe und Treue".

An diesen Prinzipien des Ordens ist seit dem nunmehr nahezu 60-jährigen Bestehen desselben nicht im Mindesten gerüttelt worden, und was der Orden infolge dessen in den Ver. Staaten zur Erhaltung deutscher Sprache, Sitten und Gebräuche geleistet hat, würde bedeutend mehr Raum zur Beschreibung erheischen, als uns zur Verfügung steht. Nachdem der neue Orden die sogenannte "Zahnungs"-Periode durchgemacht, war er endlich im Januar 1857 stark genug, um die National-Großloge zu gründen, deren erste Vorsitzung bereits im Vorjahre zu Rochester, N. Y., stattfand. Wenn man aber nun auf ungestörten Fortschritt gehofft, so wurde man bitter getäuscht, denn bald darauf brach der Bürgerkrieg aus, und derselbe erwies sich wie für alles Andere, natürlich auch für den Fortschritt des Ordens als Hemmschuh. Doch auch der Krieg nahm schließlich ein Ende, und die Hermannssöhne konnten mit erneuten Kräften wieder für ihre gute Sache wirken.

Dann kam das Jahr 1870, und dieses brachte den deutsch-französischen Krieg, dessen Verlauf in diesem Lande mit dem größten Interesse verfolgt wurde, denn von seinem Ausgange hing für die Deutsch-Amerikaner sehr viel ab. Der Kriegsgottt war den deutschen Waffen wohlgesinnt, der Feind unterlag, und mit dem Siege Deutschlands gewannen die Deutsch-Amerikaner über Nacht ein Ansehen in ihrem Adoptiv-Vaterlande, das sie vorher zu erhoffen nie gewagt hatten. Aus dem verachteten "Dutchman" von gestern war presto change der geachtete

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"German-American Citizen" geworden, und infolge dessen faßten die Deutsch-Amerikaner in allen Gauen der Union frischen Muth; sie schlossen sich schaarenweise diesen oder jenen deutsch-amerikanischen Vereinigungen an, und selbstverständlich gewann durch diese Wandlung der Verhältnisse auch der Orden der Hermannssöhne bedeutend an Mitgliederzahl.

Um nun den Deutschen des ganzen Landes ein symbolisches Bild von diesen Orden zu schaffen, wurde im Jahre 1881 der Bau eines großen Hermanns-Denkmals in Anregung gebracht, und wenn dieses Projekt auch Anfangs im Orden selbst ein Stein des Anstoßes zu werden drohte, so siegte doch die Propaganda, und nach 16 Jahren mühsamer Arbeit konnte endlich im September 1897 das prächtige Denkmal auf der Hermannshöhe nahe dem Städtchen New Ulm, im Staate Minnesota, eingeweiht werden. Von dem Denkmal selbst bringen wir an passender Stelle eine Abbildung nebst Beschreibung, und kann man sich schon einen kleinen Begriff von demselben machen, wenn man bedenkt, daß die Herstellungskosten über $20,000 betrugen.

Der Orden ist zur Zeit über beinahe alle Staaten der Union verbreitet und zählt heute an 30,000 Mitglieder, doch steht ihm infolge der eifrigen Propaganda eine noch weit größere Verbreitung in Aussicht. Soweit der Orden im Allgemeinen, und nun wollen wir zur Geschichte desselben im Staate Iowa übergehen.

Davenport, die Veste der Deutsch-Amerikaner des Staates Iowa, hat sich auch nicht die Ehre nehmen lassen, dem Orden der Hermannssöhne die erste Loge im Staate zu geben, denn in ihren Mauern wurde am 10. Juli 1886 die "Davenport Loge No. 1" mit 51 Mitgliedern gegründet. Die feierliche Installirung der Loge wurde von den folgenden damaligen National-Großbeamten vorgenommen: H. F. Reifenstuhl, National-Großpräsident; C. Walther, National-Groß-Vizepräsident; F. Reuther, National-Groß-Sekretär. Die ersten Beamten dieser Loge waren:

 

Präsident, August Haß.

Vize-Präsident, Rudolph Sieh.

Protokoll-Sekretär, John Kroeger.

Finanz-Sekretär, W. Gerke.

Schatzmeister, John Geretz.

Distrikts-Deputy, John Gerds.

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Dieses ist somit die Pionier-Loge des Ordens der Hermannssöhne in Iowa, und wenn sie als solche auch manche Widerwärtigkeiten durchzumachen hatte, so behauptete sie doch ihre Stellung und hat sich bis Dato an Mitgliederzahl verdreifacht.  

Nachdem der Orden der Hermannssöhne somit seinen Einzug in Iowa gehalten hatte, fand die Gründung der zweiten Loge etwa ein Jahr später im entgegengesetzten Theile des Staates, nämlich in Sioux City statt. Herr W. Marcussen, ein Mitglied der Davenport Loge No.1, war nämlich nach Sioux City gekommen, wo er mit Herrn A. L. Gehrke, der zur St. Paul Loge No. 2 von Minneapolis gehörte, zusammentraf; diese Beiden brachten in besagter Stadt unter den dortigen Deutsch-Amerikanern die Gründung einer neuen Loge des Ordens zur Sprache und fanden so williges Gehör, daß sie sich zu weiterer Propaganda ermuthigt fühlten.

So kamen denn etwa zwanzig Deutsch-Amerikaner zusammen und hielten mehrere Vor- Versammlungen ab, in welchen sie den Beschluß faßten, sich unter den Vorschriften des Ordens als "Sioux City Loge No. 2" zu organisiren, wonach passende Vorbereitungen für die auf den 13. August 1887 anberaumte feierliche Einsetzung der neuen Loge getroffen wurden. Dieses Ceremoniell fand am besagten Tage statt und wurde durch den National-

Großpräsidenten Fritz Reifenstuhl und den National-Groß-Sekretär Fritz Reuther vollzogen. Als erste Beamte dieser Loge wurden erwählt und installirt:

 

Ex-Präsident, F. Haaren.

Präsident, W. Marcussen.

Vize-Präsident, A. Hilmer.

Protokoll-Sekretär, J. M. Knipp.

Finanz-Sekretär, O. A. Hoffmann.

Schatzmeister, A. Hermann.

Verwaltungsrath, Dr. G. Brasch, A. L. Gehrke und C. R. Steinbach.

Führer, A. Hohm.

Innere Wache, E. Huber.

Aeußere Wache, C. Bartsch.

Finanzkomite, A. Guenther, H. Greve und L. Kromschinski.

 

Diese Loge machte langsame aber stetige Fortschritte und zählt heute nicht allein an die 125 Mitglieder, sondern befindet sich auch in finanzieller Hinsicht in ausgezeichnetem Zustande. Dieselbe kann ferner die

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Ehre für sich beanspruchen, aus ihrer Mitte in den letzteren Jahren am wirksamsten für den Fortschritt, das Blühen und Gedeihen des Ordens in Iowa gewirkt zu haben. Dies ist aber auch durchaus kein Wunder wenn man bedenkt, daß die prominentesten Deutsch-Amerikaner der Stadt, wie z. B. die Stadtrathsmitglieder A. Hermann und C. Selzer, Müllermeister A. Martens, die Kaufleute A. Guenther und B. Davidson, der vortreffliche Rechtsanwalt V. C. Sherman, und viele andere angesehene Professionelle und Geschäftsleute dieser Loge angehören.

Trotzdem der Orden nun sozusagen an zwei entgegengesetzten Theilen des Staates Iowa seine Vorkämpfer und Pioniere aufgestellt hatte, so nahm es doch volle drei Jahre, ehe der (seither verstorbene) National-Groß-Agitator Anton Wenzel die "Council Bluffs Loge No. 3" organisiren konnte, welche im Herbste 1890 vom Ex-Präsideuten F. W. Walther und A. Jahn eingesetzt wurde. Bald darauf wurde auch die "West-Davenport Loge No. 4" in's Leben gerufen. Leider waren aber diese beiden Logen in Folge mißlicher Umstände nicht von langem Bestand; denn indem die Council Bluffs Loge infolge Mangels an thatkräftigen Vorkämpfern bald die Flinte in's Korn warf und in den "Kinderschuhen" ihr Dasein endete, hörte die West-Davenport Loge No. 4 auf zu existiren, indem sie sich mit der Davenport Loge No. 1 verschmolz.

Somit hatte der Staat wiederum nur zwei Logen; dieser Status bestand bis zum Sommer des Jahres 1895, zu welcher Zeit eine Anzahl Mitglieder der Davenport Loge No. 1, denen der Weg zum Versammlungslokal zu weit war, sich lossagten und die "Eintracht Loge No. 3" gründeten. Diese ward dann auch am 29. August 1895 mit 35 Mitgliedern vom National-Groß-Vizepräsidenten Joseph Santa von Chicago eingesetzt. Die ersten installirten Beamten dieser Loge waren:

 

Präsident, Otto Berner.

Vize-Präsident, Theodor Harmann.

Protokoll-Sekretär, Ernst Lebermann.

Finanz-Sekretär, G. Boeckelmann.

Schatzmeister, John Doescher.

Distrikts-Deputy, H. Hensche.

 

Somit hatte Davenport wieder zwei Logen des Ordens, beide machen seither so gute Fortschritte, daß ihr Bestand nichts zu wünschen übrig läßt.

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Inzwischen war Herr A. C. Lutze, ein Mitglied der Sioux City Loge, zum National-Groß-Deputy für Iowa, Nebraska und Süd-Dakota ernannt worden. Derselbe richtete sein Augenmerk darauf, dem Staate Iowa eine genügende Anzahl von Logen zu verschaffen, damit derselbe seine Großloge bekommen konnte. Er gründete deshalb Ende August 1895 in dem Städtchen Le Mars die "Allemania Loge No. 4". Dieselbe wurde bereits am 8. September 1895 vom Genannten unter Beihülfe der Herren A. Hermann, C. Meyer und G. Kannappel von Sioux City mit 30 Mitgliedern eingesetzt. Als Beamte derselben wurden installirt:

 

Ex-Präsident, M. Penne.

Präsident, M. Wuerth.

Vize-Präsident, O. G. Berner.

Protokoll-Sekretär, A. Christl.

Finanz-Sekretär, H. Prust.

Schatzmeister, A. Prust.

Verwaltungsrath, B. Major, C. Mueller und N. Ney.

Führer, G. M. Schmidt.

Innere Wache, L. R. Wasmer.

Aeußere Wache, J. Hirt.

Finanzkomite, G. Pech, F. K. Mueller und J. Weidenfeller.

 

Diese Loge hatte anfänglich ein ungewöhnlich schnelles Wachsthum zu verzeichnen und brachte es in sehr kurzer Zeit bis auf etwa 60 Mitglieder, doch trat bald ein Sterbefall ein, welcher viel Geld verschlang und dadurch wurde der jungen Loge ein schwerer Schlag versetzt. Hierzu gesellten sich noch andere Widerwärtigkeiten, und die Tage dieses unter prächtigen Auspizien in's Leben getretenen Ordenszweiges waren gezählt.

Zunächst wandte sich nun der National-Groß-Deputy Lutze nach Pierson, wo es ihm nach mehrfachen Versuchen gelang, die Deutsch-Amerikaner der Umgegend (denn im Orte selbst wohnen keine) für den Orden zu interessiren und in Folge dessen kam die Gründung der "Schiller Loge No. 5" zu Stande. Die Einsetzung wurde am 27. Oktober 1895 durch den Gründer und unter Beihilfe mehrerer Mitglieder der Sioux City Loge vollzogen. Die ersten Beamten der 31 Mitglieder zählenden neuen Loge waren:

 

Ex-Präsident, R. Korneisel.

Präsident, H. Hinkhouse.

Vize-Präsident, H. Bauer.

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Protokoll-Sekretär, Henry Bruene.

Finanz-Sekretär, F. Goetsch.

Schatzmeister, W. Herbold.

Verwaltungsrath, W. Hinkhouse, E. Meyer und F. Rock.

Führer, W. Bohle.

Innere Wache, E. Goetsch.

Aeußere Wache, R. Hinkhouse.

Finanzkomite, Ernst Schaeffer, Chas. Herbold und Louis

Bruene.

 

Diese Loge hat ihre Mitgliederzahl nahezu verdoppelt und macht ausgezeichnete Fortschritte, auch ist ihr finanzieller Stand ein sehr guter.

Im März des folgenden Jahres begab sich der National-Groß-Deputy Lutze nach Banbury, um dort für den Orden zu wirken, und es gelang ihm daselbst, mit Hilfe des Herrn Wiese die "Barbarossa Loge No. 6" zu organisiren. Eingesetzt wurde dieselbe mit 16 Mitgliedern am 29. März 1896 und wurden für den ersten Amtstermin die folgenden Beamten erwählt:

 

Ex-Präsident, Wm. Wiese.

Präsident, J. Rohde.

Vize-Präsident, R. Hentschke.

Protokoll-Sekretär, J. Roesch.

Finanz-Sekretär, J. Haß.

Schatzmeister, M. Uhl.

Verwaltungsrath: Vorsitzer, P. H. Jensen.

Führer, L. Noethlich.

Innere Wache, M. Bobolt.

Aeußere Wache, H. Hahn.

 

Die Barbarossa Loge hatte zu Anfang einen sehr schweren Stand, doch blieben ihre Leiter treu bei der Fahne des Cheruskers stehen und heute hat diese Loge über 30 Mitglieder, und sind ihre Aussichten auf eine stetige Zunahme ihrer Mitglieder äußerst günstig.  

Nachdem nun endlich sechs Logen des Ordens im Staate Iowa gegründet worden waren, machte sich der berechtigte Wunsch geltend, eine Staats-Großloge in's Leben zu rufen, weshalb die isolirten Logen denn auch bald hierzu die nöthigen Schritte trafen. Es wurde beschlossen, die Einsetzung der Großloge in Sioux City vollziehen zu lassen. Das wichtige Ceremoniell wurde am 21. August 1896 in besagter Stadt durch den damaligen National-Groß-Vizepräsidenten Joseph Santa von

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Chicago vorgenommen. Bei dieser Feier waren selbstverständlich Repräsentanten von

sämmtlichen isolirten Logen zugegen, die an den Verhandlungen, welche zwei Tage dauerten,

regen Antheil nahmen. Für den ersten Amtstermin der Staats-Großloge wurden die

nachbenannten Beamten erwählt und instaliirt:

 

Groß-Präsident, A. Hermann von Sioux City.

Erster Groß-Vize-Präsident, H. Loges von Davenport.

Zweiter Groß-Vize-Präsident, H. Hinkhouse von Pierson.

Groß-Sekretär, G. Schmidt von Le Mars.

Groß-Schatzmeister, F. Haaren von Sioux City.

Groß-Verwaltungsrath: H. Prust, M. Wuerth und M. Penne von Le Mars.

Großführer, Theo. Harman von Davenport.

Groß-Innere Wache, A. Goetsch von Pierson.

Groß-Aeußere Wache, Wm. Wiese von Danbury.

Groß-Finanzcomite: J. Blum, R. Scholz und C. Schmidt von Sioux City.

Groß-Gesetzcomite: P. Thompson, T. Harman und H. Loges von Davenport.

Als erste Deputies, oder Stellvertreter des Groß-Präsidenten, wurden für die einzelnen Logen die folgenden ernannt:

 

Davenport Loge No. 1, G. Mueller.

Sioux City Loge No. 2, R. Scholz.

Eintracht Loge No. 4, O. G. Berner.

Schiller Loge No. 5, R. Korneisel.

Barbarossa Loge No. 6, Wm. Wiese.

Nach Erledigung der Routinegeschäfte, und nachdem den Großbeamten noch die nöthigen Instruktionen gegeben worden waren, vertagte sich die neue Großloge bis zum dritten Donnerstag im Monat Mai 1879, zu welcher Zeit sie zur zweiten Sitzung in Davenport

zusammen trat.  

In dem folgenden Jahre konnte mit Bezug auf Gründung neuer Logen nichts gethan werden, da durch Etablirung der Großloge der Staat Iowa der Jurisdiktion des National-Großdeputy A. C. Lutze entrückt worden war und dieser außerdem seine ganze freie Zeit auf den Nachbarstaat Nebraska verwenden mußte, wo ebenfalls die Gründung einer Staats-Großloge angestrebt wurde. Doch wurde während dieser Zeitperiode in den Iowaer Logen selbst wacker gearbeitet, und deren

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Repräsentanten konnten in der nächsten Großlogen-Sitzung über erfreuliche lokale Fortschritte berichten.  

Die zweite Sitzung der Großloge fand programmgemäß am 20. Mai 1897 in Davenport statt. Als Haupt-Resultate dieser Sitzung sind zu verzeichnen: Die Anstrebung einer weitgreifenden Propaganda nnd Erwählung eines Logen-Organisators für den Staat, sowie die Einrichtung einer freiwilligen Staats-Sterbekasse. Für den nächsten Termin wurden in dieser Sitzung die folgenden Beamten erwählt:

 

Groß-Präsident, A. Hermann von Sioux City.

Erster Groß-Vizepräsident, H. Loges von Davenport.

Zweiter Groß-Vizepräsident, Wm. Wiese von Danbury.

Groß-Sekretär, O. G. Berner von Le Mars

Groß-Schatzmeister, F. Haaren von Sioux City

Groß-Verwaltungsrath, P. Thompson von Davenport und G. Schmidt von Le Mars.

Logen-Organisator, Carl Meyer von Sioux City.

Repräsentanten zur National-Großloge: A. Hermann von Sioux City und T. Harman von Davenport.

 

Die nächste Sitzung der Großloge wurde auf den dritten Donnerstag im Mai 1899 nach Le Mars anberaumt, wo sie aber Umstände halber nicht stattfinden konnte, weshalb sie durch

Urabstimmung nach Charter Oak verlegt wurde. Der Logen-Organisator C. Meyer, machte sich nach seiner Ernennung sofort an's Werk, um für die Ausbreitung des Ordens im Staate zu wirken. Er war hierin so erfolgreich, daß bereits am 27. Juni 1897 in dem blühenden Städtchen Charter Oak die "Charter Oak Loge No. 7" eingesetzt werden konnte. Die Installirung wurde am besagten Tage durch die folgeaden Großbeamten vorgenommen: Groß-Präsident A. Hermann, Groß-Vizepräsident Wm. Wiese und Organisator C. Meyer. Außerdem hatten sich noch acht Delegaten eingefunden, welche an den Installirungs- Ceremonien wie an der nachfolgenden schönen Nachfeier regen Antheil nahmen. Die Beamten für den ersten Termin dieser neuen Loge waren wie folgt:

 

Ex-Präsident und Deputy, H. Hoefer.

Präsident,  F. Groth.

Vize-Präsident, J. Hansen.

Protokoll-Sekretär, N. Vollersen.

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Finanz-Sekretär, H. Hinrichsen.

Schatzmeister, C. Jacobsen.

Verwaltungsrath, A. Bussen und H. Schnorr.

Führer, J. Hansen.

Innere Wache, F. Juergensen.

Aeußere Wache, H. Wulf.

 

Da namentlich die Umgegend von Charter Oak ein zahlreiches und wohlhabendes Deutschthum aufzuweisen hat, so wird diese Loge, welche bis Dato etwa 35 Mitglieder zählt, sich einer schönen Zukunft zu erfreuen haben und sehr viel zur Erhaltung deutscher Sprache, Sitten und Gebräuche in ihrem Wirkungskreise beitragen können.

Am Tage nach der Einsetzung obiger Loge begaben sich die Großbeamten, begleitet von zehn Mitgliedern der Charter Oak Loge und sechs Mitgliedern der Barbarossa Loge, nach der nahen Ortschaft Ute, wo sie das Banner des Cheruskers aufpflanzten und bereits am selbigen Tage, den 28. Juni 1897, dort die "Graf Motlke Loge No. 8" gründeten, welche auch sofort unter entsprechenden Feierlichkeiten installirt wurde. Als erste Beamten dieser neuen Loge wurde erwählt:

 

Ex-Präsident und Deputy, J. Stodden.

Präsident, A. Grimm.

Vize-Präsident, N. Stodden.

Protokoll-Sekretär, W. Tede.

Finanz-Sekretär, H. Lemberger.

Schatzmeister, P. Owens.

Verwaltungsrath, H. D. Luth und A. L. Miller.

Führer, A. Kuhlmann.

Innere Wache, O. Brandt.

Aeußere Wache, H. Godberson.

Somit waren dem Orden innerhalb weniger Tage zwei neue Logen zugeführt worden, und die Großbeamten konnten sich mit dem schönen Bewußtsein nach Hause begeben, ein gutes Werk zum allgemeinbesten deutschen Wesens vollbracht zu haben.

Mit diesen zwei Schritten nach Vorwärts gewann der Organisator Meyer selbstverständlich frischen Muth. Er begab sich bald darauf nach dem stark deutschen Städtchen Manning, um auch dort Propaganda für die deutsche Sache zu machen. Da in Manning aber bereits zahlreiche deutsche Vereinigungen bestehen, so war die Gründung einer neuen deutschen Loge dort mit bedeutenden Schwierigkeiten verknüpft; durch Aus-

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dauer des Organisators kam die Gründung aber dennoch zu Stande, und so konnte am Sonntag, den 25. Juli 1897, in Manning die "Göthe Loge No. 9" eingesetzt werden. Diese Ceremonie wurde durch den Organisator C. Meyer und die Herren H. Hoefer und B. Jacobson von Charter Oak vorgenommen. Die erste Beamtenwahl ergab für diese Loge das folgende Resultat:

 

Präsident, R. Wohlers.

Vize-Präsident, Wm. Meyer.

Protokoll-Sekretär, E. Kraus.

Schatzmeister, A. Dethlefs.

Verwaltungsrath, Dr. A. C. Resner und H. Hansen.

Führer, H. Adamowski.

Innere Wache, H. Buhmann.

Aeußere Wache, G. Humann.

 

Diese Loge schien Anfangs nur wenig Lebenskraft zu haben, doch überstand sie die "Zahnungsperiode" und macht seither stetige Fortschritte, so daß die besten Aussichten vorhanden sind, daß sie ihren Platz neben den anderen zahlreichen deutschen Vereinigungen in Manning auf die Dauer und in bester Weise behaupten wird.

Jetzt muß uns der gütige Leser entschuldigen, wenn wir von der Beschreibung des Ordens in Iowa etwas abweichen und ein Ereigniß hervorheben, welches in diese Zeitperiode fiel und nicht allein für alle Ordensmitglieder, sondern auch für alle Deutschen des Staates Iowa und des ganzen Landes von Interesse ist. Am 20. September 1897 fand nämlich zu New Ulm, Minnesota, die 21. National Großlogen-Sitzung des Ordens statt, bei welcher die Iowaer Großloge durch zwei Repräsentanten - A. Hermann von Sioux City und T. Harmann von Davenport - vertreten war.

Wenn wir uns mit Bezug auf die 21. National Großlogen-Sitzung etwas kurz faßten, so geschah deren Erwähnung überhaupt nur deswegen, weil sie gewissermaßen die Einleitung zu dem Ereigniß bildete, welches wir bereits vordem angedeutet haben. Wir meinen die Einweihung des Hermanns-Denkmals in New Ulm, an welcher großartigen Feier fünfzig Iowaer Hermanns-Söhne nebst ihren Familien Theil nahmen. Dieses Denkmal ist das zweite seiner Art der Welt; das erste befindet sich bei Detmold, Deutschland, im Teutoburger Walde. Diese Feier, welche am Samstag, den 25. September 1896, in New Ulm stattfand, war eine der denkwürdigsten Festlichkeiten, die jemals von Deutschen im Nordwesten

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dieses Landes veranstaltet wurde. Es nahmen an derselben Mitglieder des Ordens aus vierzig Staaten der Union Theil. In dem über drei Meilen langen Festzuge befanden sich nicht allein Tausende von Hermanns-Söhnen, sondern auch unzählige andere deutsche Vereinignngen, welche mit ihren prächtigen Fahnen und Bannern nicht wenig zur Verschönerung der Weihefeier beitrugen. An Musik fehlte es bei diesem Feste nicht, denn in dem Umzuge befanden sich 25 Musik-Kapellen, und waren vaterländische Weisen an der Tagesordnung, doch wurde hierbei auch das Adoptiv-Vaterland, die Union, nicht vergessen und oftmals erschollen die Klänge des Liedes vom Sternenbanner.

Nun wollen wir wieder zu dem Orden in Iowa zurück kehren, denn inzwischen hatten eine Anzahl nahe der Ortschaft Correctionville wohnende Deutsche den Wunsch kundgegeben, eine Loge des Ordens der Hermanns-Söhne zu gründen, und so machte sich der Organisator auch schleunigst daran, deren Verlangen zu entsprechen. Als er aber an's Werk gehen wollte, da stellten sich merkwürdiger Weise einige Widerwärtigkeiten ein, welche den Gang der Dinge ein wenig hemmten; diese wurden aber bald erfolgreich beseitigt, und so wurde am 30. Oktober 1897 die "Germania Loge No. 10" dem Bruderbunde als neues Mitglied eingereiht. Die ersten Beamten dieser Loge waren:

 

Präsident, R. Korneisel.

Vize-Präsident, H. Lahann.

Protokoll-Sekretär, W. Hinkhouse.

Finanz-Sekretär, M. Markusen.

Schatzmeister, P. Paulsen.

Verwaltungsrath, L. Stribly und F. Burow.

Führer, O. Wendt.

Innere Wache, G. Suckel.

Aeußere Wache, P. Renkel.

 

Diese Loge hatte einen doppelt schweren Stand, indem der Ort ihres Sitzes durchaus nicht zu den "liberalen" Städten Iowa's gerechnet werden kann, doch bezeugt sie seit ihrer Gründung sehr starke Ausdauer, und steht deshalb auch zu erwarten, daß sie mit der Zeit in mehr als einer Weise ihren wohlthuenden Einfluß in Correctionville geltend machen wird.  

Nach Gründung obiger Loge trat in der Propaganda ein kleiner Stillstand ein, da die

Großbeamten mit den inneren Angelegenheiten der

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Logen die Hände voll zu thun hatten und ihre Zeit auf Regelung derselben verwenden mußten. Am meisten machte ihnen die Allemania Loge in Le Mars zu schaffen; deren Kasse hatte nämlich infolge der langen Krankheit und des schließlichen Ablebens eines ihrer Mitglieder schwer gelitten, und um die Finanzen wieder etwas aufzubessern, schritt man später zur Abhaltung einer Vergnügung, wobei man etwas Geld zu machen hoffte. Durch diesen Schritt wurde die Sachlage aber noch verschlimmert, und als sich schließlich noch andere mißliche Umstände hinzugesellten, da war das Schicksal der Loge besiegelt. Die Großloge versuchte zwar ihr Bestes, um dieses unter so günstigen Auspizien in's Leben getretene Glied dem Orden zu erhalten, doch war der leider von gewisser Seite ausgeübte Gegendruck zu stark, weshalb alle Bemühungen der Großbeamten fruchtlos blieben. Indem nun mehrere Mitglieder der Allemania Loge wichtige Großlogen-Aemter inne hatten, so sah sich der Groß-Präsident, A. Hermann, genöthigt, deren Resignation zu fordern, denn es wäre nicht thunlich gewesen, Mitglieder einer zu Grunde gerichteten Loge in der Verwaltung der Großloge zu belassen. Infolge dieses Thatbestands war auch das Amt des Großlogen-

Sekretärs vakant geworden, und der Groß-Präsident konnte nichts Besseres thun, als dasselbe dem Organisator C. Meyer zuzutheilen, welcher nicht allein die Fähigkeit zur Erfüllung der mit dem Amte verbundenen schwierigen Pflichten besaß, sondern der Sache auch die nöthige Zeit widmen konnte. Nachdem der düstere Nebel, welcher sich infolge des leidigen Zwischenfalles über den Orden in Iowa gelagert hatte, verflogen war, ging es mit erneuten Kräften wieder eifrig an's Werk, um diese Scharte auszuwetzen, und es wurde so wacker gearbeitet, daß bereits am 17. September 1898 zur Gründung der "Columbia Loge No 11" in Moville geschritten werden konnte. Diese Loge wurde dann auch am besagten Tage von den Großbeamten A. Hermann, C. Meyer, C. Schafstall und A. C. Lutze installirt. Die erste Beamtenwahl dieses neuen Gliedes des Ordens ergab nachstehendes

Resultat:

 

Ex-Präsident, H. Bickel.

Präsident, J. M. Schmidt.

Vize-Präsident, M, Hay.

Sekretär und Deputy, W. J. Danker.

Schatzmeister, W. Kay.

Vorsitzer des Verwaltungsraths, W. Wink.

Führer, H. Bremer.

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Innere Wache, H. Großkrüger.

Aeußere Wache, C. Bickel.

Finanzcomite, J. Boje, W. Strohheim und H. Hammer.

 

Diese junge Loge machte ausgezeichnete Fortschritte und hat jetzt über 35 Mitglieder; doch auch sie hatte mit Schwierigkeiten zu kämpfen, denn ehe sie so recht auf die Beine kommen konnte, hatte sie bereits einen mit großen Ausgaben verknüpften Krankheits- und Sterbefall (P. Renkel), aber die Mitglieder hatten neben dem Ordens-Motto auch noch die Devise "Jungens holt fast!" auf ihr Banner geschrieben und infolge dessen steht diese Loge auf gesunder Basis und verspricht sie, in Zukunft noch recht viel zum Besten des Deutschthums im Allgemeinen und zum Wohle des Ordens im Besonderem beizutragen.

Hierauf wandten die Großbeamten einstweilen ihr Hauptaugenmerk auf die einzelnen

bestehenden Logen und feuerten dieselben zum besseren Fortschritt an, ein Vorgehen, das recht gute Früchte zeitigte; denn bald darauf erbaute die Schiller-Loge zwischen Pierson und Rock Branch auf der sogenannten "Cheruskerhöhe" ihre eigene geräumige Halle, welche in

gebührender Weise unter zahlreicher Betheilgung der Ordensmitglieder und auch sehr vieler

Nichtmitglieder feierlichst eingeweiht wurde. Hierdurch angespornt, besann sich die Barbarossa-Loge von Danbury auch nicht lange, sondern schuf sich ebenfalls ihr eigenes Heim; und wer jemals Gelegenheit hatte, einer Festlichkeit in der Halle im Hermannshain am Wiesbach beizuwohnen, der wird gern bezeugen, daß dort nicht allein brave Söhne vom Teutonenstamme wohnen, sondern auch im vollsten Maße ihr Theil zur Erhaltung deutscher Sprache und deutschen Wesens im Staate Iowa beitragen.

Im Januar 1899 trat der Organisator C. Meyer mit Herrn Georg Heitkemper, einem von Sioux City nach dem lebhaften Städtchen Rock Rapids übergesiedelten Hermannssohne, zwecks Gründung einer neuen Loge dortselbst in Correspondenz, und das Resultat war, daß in Rock Rapids sofortige eifrige Propaganda für die gute Sache gemacht wurde. Herr Meyer begab sich später selbst an Ort und Stelle, wo er mit Hilfe des Herrn Heitkemper und des Herrn W. A. Rekate (des Herausgebers vom dortigen "General-Anzeiger") die Organisation zu Stande brachte, doch wurde die Installirung der Loge, welche den Namen "Rock Rapids Loge No. 12 " erhielt, bis zum 28. März verschoben, um eine noch größere Anzahl von Gründungs-Mitgliedern zu erlangen. Am 28. März begaben sich die Großbeamten A. Hermann, F. Haaren, Wm. Maxeiner

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und C. Meyer nach Rock Rapids und setzten dort die neue Loge mit sechszig Mitgliedern ein. Die ersten Beamten derselben waren:

 

Ex-Präsident und Deputy, G. Heitkemper.

Präsident, J. Doß.

Vize-Präsident, H. Raeveling.

Prot. Sekretär, F. L. Belzer.

Finanz-Sekretär, H. Rolk.

Schatzmeister, H. Sindt.

Verwaltungsrath, H. Buus, H. Meester und J. Buhmann.

Führer, F. Tausch.

Innere Wache, W. A. Rekate.

Aeußere Wache, R. Colberg.

Finanzcomite, J. Zindt, G. Clasen und J. Meester.

Die deutsche Großloge wurde in dem freundlichen Städtchen Charter Oak abgehalten. Dort trafen am 18. Mai 1899 die Vertreter sämmtlicher elf Logen des Ordens der Hermannssöhne von Iowa zusammen und wurden von den Bürgern des Ortes auf's Gastfreundlichste empfangen und in zuvorkommender Weise behandelt. Die Sitzung an und für sich war in jeder Beziehung die beste, welche die Großloge bisher abhielt, und ihre Arbeiten werden nicht verfehlen, der deutschen Sache im Allgemeinen zum Vortheile zu gereichen. Die Beamtenwahl ergab in dieser Sitzung das folgende Resultat:

 

Groß-Präsident, Adolph Hermann von Sioux City.

Erster Groß-Vize-Präsident, P. J. Thompson von Davenport.

Zweiter Groß-Vizepräsident, W. Wiese von Danbury.

Groß-Sekretär und Organisator, C. Meyer von Sioux City.

Groß-Schatzmeister, F. Haaren von Sioux City.

Groß-Arzt, Dr. A. C. Resner von Manning.

Groß-Verwaltungsrath, A. C. Lutze von Sioux City, Theo. Harman von Davenport und G. Heitkemper von Rock Rapids.

Groß-Führer, G. Berke von Sioux City.

Groß-Innere Wache, J. M. Schmidt von Moville.

Groß-Aeußere Wache, J. Haß von Danbury.

Groß-Finanzkomite: A. Hilmer von New Hampton, R. Scholz von Sioux City und F. L. Belzer von Rock Rapids.

Groß-Gesetzkomite: T. Harman, P. J. Thompson und W. Moeller von Davenport.

[Seite 284]

Groß-Appellations-Komite: H. Hoefer von Charter Oak, F. Groth von Charter Oak, H. Bruene von Pierson, O. C. Brandt von Ute und H. Hinkhouse von Correctionville.

 

Als offizielles Organ für den Orden in Iowa wurde der "Sioux City Courier" erwählt, dessen Herausgeber der Ex-National-Groß-Deputy, Herr A. C. Lutze, ist.  

Die nächste Sitzung der Großloge wird am dritten Donnerstag im Monat Mai 1901 in Sioux City eröffnet werden. Es sind die schönsten Aussichten vorhanden, daß dieselbe nicht allein eine höchst wichtige für den Orden, sondern auch eine äußerst vortheilhafte für das Deutschthum des ganzen Staates werden wird.

Von der Großlogen-Sitzung zurückgekehrt, nahm der Organisator C. Meyer das Städtchen Sibley auf's Korn, und es gelang ihm dort bald, unter Beihilfe der Herren August Grohmann und P. H. Knutsen die "Bismarck Loge No. 14" mit einer beträchtlichen Mitgliederzahl zu organisiren. Diese Loge wurde dann auch am 18. Juni 1899 von den Großbeamten C. Meyer, A. C. Lutze, G. Heitkemper und F. L. Belzer dem Orden eingereiht, und wurden folgende Beamten für den ersten Termin erwählt:

 

Ex-Präsident, P. H. Knutsen.

Präsident, Dr. L. H. Heetland.

Vize-Präsident und Deputy, M. Geiser.

Protokoll-Sekretär, E. F. Classen.

Finanz-Sekretär, C. A. Sanders.

Schatzmeister, O. Turk.

Verwaltungsrath, Vorsitzer, M. Romes.

Führer, N. Kimerling.

Innere Wache, R. Gerenz.

Aeußere Wache, W. Turk.

 

Dieser Loge steht ein guter Wirkungskreis zur Verfügung, und mit den energischen, thatkräftigen Männern, welche an ihrer Spitze stehen, wird sie sicher nicht verfehlen, ihr gutes Schärflein zur Erhaltung unserer lieben deutschen Muttersprache und der Förderung deutscher Gebräuche in diesem Staate beizutragen.  

Dieses bildet bis Dato eine vom Verfasser dieses Buches nothwendiger Weise abgekürzte Beschreibung des echt deutschen Ordens der Hermanns-Söhne im Staate Iowa, und alle Anzeichen deuten darauf hin, daß der Orden in Zukunft bedeutend an Stärke zunehmen wird,

[Seite 285]

so daß er auch in Iowa, wie er es bereits in vielen anderen Staaten der Union ist, ein kräftiger Faktor zur Aufrechterhaltung und Förderung deutscher Sprache, Sitten und Gebräuche werden dürfte. Indem der Verfasser hofft, daß vorstehende Beschreibung den Deutschen des Staates Iowa's nicht allein interessante Informationen bietet, sondern daß dieselbe ihnen auch in manch anderer Weise zum Vortheile gereichen möge, entbietet er dem freundlichen Leser den Gruß des Ordens und schließt dies Kapitel in

 

Freundschaft, Liebe und Treue.

 

Adolph Hermann,

der Groß-Präsident der Hermannssöhne im Staate Iowa, wurde am 8. April 1849 in der alt-schwäbischen Stadt Ulm, an der Donau, geboren, besuchte dort die Bürgerschule und erlernte nach seinem 14. Jahre das Mechaniker- und Schlosser-Handwerk. Nachdem er im Jahre 1870 seiner Militärpflicht Genüge geleistet hatte, wanderte er nach den Ver. Staaten aus, wo er zuerst in Dubuque und später in Waterloo bei der Illinois Central Bahn als Maschinist angestellt war. Im Jahre 1871 verheirathete er sich mit Frl. Lina Oehlmann aus Bodenwerder an der Weser und im Jahre 1884 verzog er nach Sioux City, Iowa, woselbst er eine Zeitlang die deutsche Zeitung herausgab. Später etablirte er die unter dem Namen "Novelty Iron Works" bekannte Maschinen-Werkstätte, welcher er noch heute vorsteht. Adolph Hermann nahm gleich nach seiner Einwanderung stetigen Antheil an dem Wohle des Deutsch- Amerikanerthums, und bereits im Jahre 1874 sehen wir ihn als Präsidenten des "Waterloo Männerchor"; etwas später wurde er zum ersten Sprecher des Turnvereins in Waterloo erwählt. Auch nach seiner Uebersiedelung nach Sioux City blieb er ein treuer Vorkämpfer des Deutschthums. Er war einer der ersten Präsidenten der Sioux City Loge No. 2, O. d. H. S., und als am 14. August 1896 die erste Groß-Logensitzung abgehalten ward, wurde er einstimmig zum ersten Groß-Präsidenten erwählt, welches Amt er noch heute bekleidet. Adolph Hermann ist unstreitig einer der populärsten Deutschen. Er ist seit 1898 Mitglied des Statdraths, in welchem er zwei Termine die erste (deutsche) Ward repräsentirte. Er war stets ein eifriger Demokrat. Hoffen wir, daß er seinen Mitbürgern sowohl, als auch dem Orden der Hermannssöhne noch recht lange erhalten bleibt.

[Seite 286]

Franz Haaren,

der Groß-Schatzmeister des Ordens der Hermannssöhne im Staate Iowa, wurde am 6. Dezember 1855 in Jünkersfeld, nahe Köln, geboren. Nachdem er die Elementarschule besucht hatte, erlernte er die Landwirthschaft. Im Alter von 26 Jahren wanderte er nach dem Ver. Staaten aus und

 

[Foto: F.Haaren, A. Hermann, Carl Meyer. Bildtext: “ F. Haaren. A. Hermann. Carl Meyer. Großbeamte der Hermanns-Söhne.]

 

wandte sich zuerst nach Pittsburgh, wo er an einem Hochofen Beschäftigung fand. Aber lange gefiel es dem jungen strebsamen Manne im Osten nicht, und so schnürte er denn sein Bündel und pilgerte im Jahre 1884 nach Sioux City, Iowa, seiner jetzigen Heimath. Zuerst ging es ihm, wie so vielen unserer Landsleute im Westen; bald arbeitete er in Ziegelbrennereien, bald auf dem Lande, bald hier, bald dort, immer

[Seite 287]

darauf bedacht, etwas zu verdienen. Im Jahre 1886 übernahm er das unter dem Namen "Iowa House" bekannte Hotel, woselbst er den Grund zu seinem jetzigen Wohlstande legte. Er verheirathete sich im selbigen Jahre mit Frl. Frida Kegel, welche ihm seither als treue Gehilfin zur Seite steht.

Im Jahre 1888 wurde er zum Präsidenten der Sioux City Loge No. 2, O. d. H. S., erwählt und nahm seit dieser Zeit stetigen Antheil am Blühen und Gedeihen deutscher Vereine in Sioux City. Es ist deshalb wohl kaum zu verwundern, daß Herr Franz Haaren einstimmig zum ersten Schatzmeister der Großloge des Staates Iowa im Jahre 1896 erwählt wurde, welches Amt er heute noch inne hat.

 

Carl Meyer,

der Groß-Sekretär des Ordens der Hermannssöhne im Staate Iowa, wurde am 10. November 1863 in Hamburg geboren. Er wurde im Seminar erzogen, welches er bis zu seinem 15. Jahre besuchte. Sein Lieblingswunsch war Schauspieler zu werden, was ihm jedoch versagt wurde. Auf Wunsch seines Vaters trat er in ein Bankgeschäft ein, wo es sich jedoch bald herausstellte, daß der Junge nicht das nöthige "Sitzfleisch" besaß, um fein säuberlich und sittsam, wie es sich für einen angehenden Bankier gebührt, Zahlen zu copiren. Zur besseren Aufsicht wurde er deshalb in's väterliche Korbwaaren-Geschäft gesteckt, aber ohne besonderen Erfolg, denn der Hang zum Theater war ihm nicht mehr auszutreiben. Endlich gaben seine Eltern, der Noth gehorchend, nicht dem eigenen Wunsche, die längst nachgesuchte Erlaubniß zum Auswandern. Er wandte sich sofort nach Chicago, woselbst er bald Anstellung bei einem Theater fand. Er bereiste später viele westliche Städte und folgte im Jahre 1890 einem Rufe des Turnvereins zu Sioux City, Iowa, woselbst er verschiedene Jahre das deutsche Theater leitete. Im Jahre 1893 verheirathete er sich mit Frau Phoebe Schudell und trat im selben Jahre den Hermanssöhnen bei, welche ihn im Jahre 1896 zu ihrem Präsidenten erwählten. In der am 21. Mai 1897 abgehaltenen Groß-Logensitzung zu Davenport wurde er zum Organisator des Ordens für Iowa erwählt. Ein Jahr darauf wurde er vom Groß-Präsidenten zum Groß-Sekretär ernannt, da der erwählte Groß-Sekretär seine Resignation eingereicht hatte. Im Jahre 1899 wurde er per Acclamation auf weitere zwei Jahre zum Groß-Sekretär und Organisator erwählt. Er hat dem Orden während seiner Amtsthätigkeit 12 neue Logen zugeführt und ist ein im ganzen Staate bekanntes und

beliebtes Mitglied des Ordens.

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Die deutschen Logen der Sonderbaren Brüder

(I. O. O. F.) in Iowa.

Unter den älteren geheimen Orden in Amerika ist keiner, dem sich die Deutsch-Amerikaner so zahlreich angeschlossen haben, wie dem der Sonderbaren Brüder. Infolge seiner edlen Wohlthätigkeits- und unüberschätzbaren Krankenunterstützungs-Eigenschaften, sowie durch seine populär gehaltene Richtung, welche auch weniger Bemittelten den Eintritt ermöglicht, haben die Deutschen gleich vom Anfang diesen Orden andern vorgezogen und bestehen deshalb, trotz der wiederholten Versuche dieselben zu veranglisiren, noch immer eine nicht unbeträchtliche Anzahl deutscher Logen dieses Ordens. In Iowa sind in den letzten Jahren ein paar deutsche Logen eingegangen oder mit andern Logen verschmolzen worden, jedoch bestehen immer noch 12 solcher Logen, welche die deutsche Sprache in Ehren halten und dadurch das Ihrige thun, um die Sprache der Gründer der respektiven Logen und das deutsche Wort aufrecht zu erhalten und fortzupflanzen.

            Unter den Freimaurern sind auch viele Deutsch-Amerikaner - einzelne Logen, wie eine in Davenport, sind  gänzlich aus Deutschen zusammengesetzt, der Ritus, den sie gebrauchen, ist jedoch englisch.

Nach den Verzeichnissen in der Amtsstube des Großsekretärs der Großloge der Odd Fellows von Iowa hatten die dreizehn bestehenden deutschen Logen in 1899 die folgenden Beamtenstäbe:

Schiller Loge No. 11, in Dubuque. Die älteste deutsche Loge im Staate hat folgende Beamten: A. L. Glaser, Obermeister; Henry Miller, Untermeister; Wm. Hoe, Protokoll-Sekretär; H. B. Geiffke, Permanenter Sekretär und H. Mauer, Schatzmeister.  

Scott Loge, No. 37, in Davenport: Aug. Zeller, Obermeister; John Herzberg, Untetmeister; Valentin Laux, Protokoll-Sekretär; C. Poormann, Perm. Sekretär und Herm. Geertz, Schatzmeister.  

Hermann Loge, No. 116, Keokuk: E. Sauerwein, Obermeister; Louis Breitung, Untermeister; Chr. Scherer, Protokoll-Sekretär; F. C. Martens, Perm. Sekretär; Chas. Schulz, Schatzmeister.  

Guttenberg Loge, No. 126, Guttenberg: W. H. Scholz, Obermeister; Wm. Friedlein,

Untermeister; James Schröder, Protokoll- und Perm. - Sekretär; Hermann Ihm, Schatzmeister.  

Concordia Loge, No. 133, Fort Madison: Wm. Krautz,

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Obermeister; Martin Post, Untermeister; F. D. Ellwanger, Protokoll- und Perm. - Sekretär; Aug. Schultz, Schatzmeister.

Jonathan Loge, No. 137, Des Moines: Philipp Harbach, Obermeister; Louis Göbel, Untermeister; Adam Hafner, Protokoll-Sekretär; Chas. Ruecker, Perm. Sekretär; Peter Lambert, Schatzmeister.  

Humboldt Loge, No. 174, Council Bluffs: Louis Herzog, Obermeister; A. H. Schultz, Untermeister; W. K. Richardson, Protokoll- und Perm. - Sekretär, Christ. Paul, Schatzmeister.  

Key City Loge, No. 180, Dubuque: Phil. Jungk, Obermeister; Franz Hessel, Untermeister; E. A. Lungwitz, Protokoll- und Perm. - Sekretär und A.Ellwanger, Schatzmeister.

Mozart Loge, No. 183, Cedar Rapids: Kein Bericht.

Floyd Valley Loge, No. 208, Hinten: Albert Rademacher, Obermeister; J. C. Winter Protokoll - Sekretär; J. J. Schindl, Perm. Sekretär und Ph. Emmert, Schatzmeister.  

Harmonia Loge, No. 209, Burlington: Aug. Lange, Obermeister; Chas. Weber, Untermeister; John F. Wehmeier, Protokoll - Sekretär; Chas. Steinker, Perm. Sekretär und Fred. Busse, Schatzmeister.  

Göthe Loge, No. 211, Marshalltown: Herm. Kratzch, Obermeister: Herm. Franke, Untermeister; Henry Mayer, Protokoll - Sekretär; Chas. Griner, Perm. Sekretär und J. Ernstberger, Schatzmeister.

Mauning Loge, Manning: Carsten Hoffmann, Obermeister, Christ. Grube, Untermeister; Hans Clausen, Protokoll-Sekretär, Hy. Sievers, Perm. Sekretär und Claus Grube, Schatzmeister.

 

Der Obere Mississippi - Turnbezirk.

 

Herr A. Richter, Redakteur des "Der Demokrat" sagt in der Festausgabe dieser Zeitung unter dem Datum vom 13. Juni 1896 Folgendes über diesen Turnbezirk:

"Gegründet am 16. Juli 1866, ist der O. M. T. B. nur etwa ein Jahr jünger als der neue

Turnerbund, nach dessen Organisation erst das System der Bezirks- oder Gauverbände allgemein eingeführt wurde. Man folgte dabei dem Beispiel der Turnvereine von New York und Umgegend, welche wegen der damals im Bunde herrschenden Zerfahrenheit schon im Februar 1863 einen Bezirksverband gebildet und unter sich einen festeren Anschluß geschaffen hatten. als dann bald darauf der Bund reorganisirt wurde, machte man die Turn-

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bezirke zu einer allgemeinen Einrichtung desselben und auf der ersten Tagsatzung waren bereits die sieben Bezirke New York, Cincinnati, West New York, Boston, St. Louis, Connecticut und Milwaukee vertreten.  

Zwar hatte schon vorher ein reger freundschaftlicher Verkehr zwischen den Turnvereinen stattgefunden, und Turner von nah und fern, sogar von Cincinnati, betheiligten sich z. B. an den Turnfesten der Davenporter Turner, ebenso wie die letzteren häufig an auswärtigen Festen theilnahmen, aber eine Organisation außer dem Bunde gab es hier noch nicht. In 1866 jedoch schloß Davenport sich dem Bezirk von Illinois an und seine Turner nahmen Theil an dem Turnfest zu Ottawa, im Juni jenes Jahres. Dort wurde der Entschluß gefaßt zur Schaffung eines eigenen Bezirks für die nordwestlichen Vereine, und die Folge davon war eine am 16. Juli 1866 in Davenport abgehaltene Delegatenversammlung von vier Vereinen, nämlich:

 

Davenport mit Ernst Claussen, Chr. Müller, H. Pollack und Hy. Haak.

Rock Island mit R. Köhler und T. Schindler.

Burlington mit Alb. Potthoff und W. A. Haw.

Muscatine mit G. Schmidt und H. Teichmann.

Potthoff führte den Vorsitz in der Versammlung, welche die Gründung eines Bezirks unter dem Namen "Nördlicher Mississiippi Turnbezirk" beschloß, dessen weitere Organisation einer im September abzuhaltenden Tagsatzung vorbehalten blieb. Auf der letzteren, am 15. und 16. September 1866, waren außer den obigen Vereinen noch diejenigen von Moline, Keokuk, Dubuque und Des Moines vertreten.

Davenport wurde zum ersten Vortort gewählt und das erste Bezirksturnfest sowie der Turntag wurden für Burlington auf den 31. Mai 1867 festgesetzt. Auf demselben wurde der jetzige Name "Oberer Mississippi Turnbezirk" adoptirt.

Für die Jahre 1867 bis 1871 einschließlich sind die Protokolle verloren gegangen; aber es ist noch erinnerlich, daß der Bezirk sich in den ersten Jahren weit über Illinois ausdehnte. Peoria, Pekin und Ottawa gehörten zeitweilig zu seinen Mitgliedern. In 1870 schlossen sich auch Geneseo, Ill., Council Bluffs und Buffalo, Ia., an. Der Verband hatte in genanntem Jahre 519 Mitglieder, über 300 Aktive und etwa 275 Zöglinge. Im folgenden Jahre schlossen sich Quincy und Coal Valley in Illinois und Plattsmouth, Nebr., an. Bald folgten Avoca und Nordwest-Davenport und in 1875 und '76

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kamen auch LeClaire, Durant, Belleplaine und Luzerne in Iowa, sowie Sterling, Ill., denen 1877 auch Ottumwa folgte.

Die am 17. April 1882 zu Des Moines gehaltene Satzung nahm eine Reihe prinzipieller Beschlüsse an, in welchen, unter Anführung gewichtiger Gründe und Wahrung des Standpunktes für echte Mäßigkeit, gegen das zur Volksabstimmung vorliegende Prohibitions-Amendement beredter Einspruch erhoben wurde. Gleichzeitig wurde die Einführung von Schulzwang, Errichtung von öffentlichen Gewerbeschulen, Besteuerung des Kircheneigenthums und Aufhebung aller Sonntagszwangsgesetze gefordert, und seitdem sind wiederholt ähnliche Beschlüsse angenommen worden.

Vermögen hat der Bezirk als solcher niemals gesammelt, aber seine Einnahmen reichen immer hin zur Deckung der laufenden Ausgaben. Das Jahr 1882 - '83 jedoch schloß mit einem Defizit von etwa $19 ab, und die Kopfgelder mußten für das nächste Jahr um 10 Cents gesteigertwerden.

Zur Zeit der düstersten Muckerei nahm das Turnwesen in Iowa einen raschen und bedeutenden Aufschwung und es verdankt denselben unzweifelhaft der freiheitlich grundsatztreuen Stellung des O. M. T. B. zu der gesetzlich eingeführten Zwangsmäßigkeit. In 1866 schloß sich Boone dem Verbande an, dessen Mitgliederzahl zur Zeit der 22. Tagsatzung auf 850 gestiegen war, von denen 722 Bürger der Ver. Staaten waren. Neue Turnvereine entstanden in Walcott und in Holstein und schlossen sich dem Bunde an. Während die Davenporter Turngemeinde, die bezüglich der Mitgliederzahl von jeher die erste Stelle im Bezirk eingenommen, in natürlicher Progression gewachsen war, ist bei mehreren Vereinen um die Zeit des neuen Jahrzehntes ein ganz plötzliches und sprunghaftes Wachsthum zu bemerken, so namentlich in Des Moines von 63 in 1889, auf 150 in 1891, in der gleichen Zeit in Burlington von 90 auf 135, Clinton von 53 auf 117, Dubuque von 42 auf 134. Das zeigt, daß das freisinnige Deutschamerikanerthum die Turner als die Kerntruppen in seinem Kampfe gegen das Muckerthum betrachtete, und sich deshalb den Turnvereinen in größerer Zahl als früher anschloß. Bei der 26. Tagsatzung (Ottumwa, 7. März 1891) hatte der Bezirk seine größte Stärke, nämlich 1371 Mitglieder, darunter freilich nur 211 Aktive, aber 666 Turnschüler und 267 Turnschülerinnen."

Die nachstehende statistische Tabelle giebt einen vollständigen Ueberblick über den

gegenwärtigen Stand des Bezirks.

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Statistischer Bericht

...des...

Oberen Mississippi-Turn-Bezirks am 1. Januar 1900.

 

[[Table]]

 

Namen der Vereine / Zahl der Mitglieder. / Aktive Mitglieder. / Durchschnittszahl der

Betheiligung. / Aus der Zöglingsschule gewonnene Mitglieder. / Fechter. / Sänger. / Bürger der Ver. St. / Geistige Versammlungen. / Turnschüler. / Turnschülerinnen. / Damen-Turnen. Wie viel? / Ist im Verein ein Turnlehrer angestellt? / Altersriege. / Damensektion. / Werth des

Vereins-Eigenthums. / Schulden. / Schuldenfreies Eigenthum. / Zahl der Bände der Bibliothek. /

Hat der Verein eine eigene Halle? / Mitgieder-Zunahme 1899. / Mitglieder-Abnahme 1899 /Regelmäßige monatliche Versammlungen

Davenp't Turngemeinde / 654 / 40 / 35 / 3 / 40 / 25 / 635 / …. / 304 / 188 / 29 / ja / 26 / 100 /

$94,500 / $38,550 / $55,950 / 2492 / ja / 101 / …. / 2. Donnerstag.

Burlington   "   / 60 / 24 / 20 / 4 / …. / 24 / 45 / …. / 25 / 18 / 10 / ja / …. / 24 / 26,900 / 6.000 / 20,900 / 400 / ja / ... / 60 / 1. Dienstag.

  1. W. Davenport T. - V. / 98 / 12 / 8 / 2 / …. /   / 95 / …. / 31 / 19 / ... / ja / …. / …. / 9,513 / 4,000 / 5,513 / 50 / ja / …. / 2 / 1. Montag.

Des Moines Turnverein / 145 / ... /    / …. /…. / 12 / 144 / ... / …. /     / …./ nein / …./ 25 / 26,467 / 7,000 / 19,467 / 250 / ja / 65 / …. / 1. u. 3. Mittwoch.

Holstein Turnverein.. / 78 / 14 / 10 / 1 / 7 / 8 / 70 / .../ 50 / 30 / 14 / ja / 10 / ... / 9,600 / …….. / 9,600 / …. / ja / 13 / …. / 2. Montag.

Waterloo Turnverein... / 60 / …. / …. / . / …. /…. / 60 / …. / . / …. / …. / nein / …. / .../ 6,110 / 150 / 5,960 / 20 / ja /…. / 2 / 1. Dienstag.

Postville Turnverein.. / 53 / ... / …. / …. / .. / ... / 53 / .. / …. / …. / ... / nein / …. / .. / 2,950 / …….. / 2,950 / …. / ja / 9 / ... / 1. Samstag.

Ottumwa Turnverein... / 29 / 10 / ... / …. / …. / 8 / 29 / …. / …./ …. / …. / nein / …. / .. / 22,000 / 9,500 / 12,500 / …./ ja / …  / 13 / 1. Dienstag.

Clinton "Vorwärts".... / 30 / …./ …. / …. / …. / .. / 30 / …. / .. / …. / .. / nein /…. / ..  / 20,700 / 9,800 / 10,900 / …. / ja / …. / 8 / 2. u. 4. Montag.

Elkader Turnverein ….../ 33 / 6 / 3 / …. / .. / 14 / 33 / …. / 11 / 12 / 12 / ja /  / …. / 3,350 / …….. / 3,350 / 75 / ja /…./ 3 / 1. Mittwoch.

Guttenberg Turnverein. / 35 / …. / …./ …. / …. / 11 / 35 / …. / ... /  /.. / nein /.. / …. / 3,350 / 500 / 2,850 / 40 / ja / ... / 1 / 1. u. 3. Montag.

Keystone Turnverein... / 20 / 5 /.. / …. / .. / …. / 20 / .. / 25 / 15 / ... / ja / ... / …. / 461 / …….. / 461 / ... / nein / ... / 15 / 1. Samstag.

Durant Turnverein ….. / 31 / 6 / 4 / …. / …. / …. / 30 / …. / 29 / .. / …. / nein / ... / 10 / 410 / ……. / 410 / 445 / nein / 5 / …./ Letzten Samstag.

Communia Turnverein.. / 25 / 10 / .../ …. / …. / ….. / 18 / …. / .. / 1,800 / ……. / 1,800 / …. / nein /…./ 1 / 1. Sonntag.

Buffalo Turnverein…. / 11 / …. / . / ... /  / …. / 11 / …. /  / …. / …. / nein / …. / …. / 4,750 / 500 / 4,250 /            / ja / …. /1 / 1. Sonntag.

Tama-Grundy Co. T.-V. / 60 / …./ …. / …. / ... / …. / 59 / …. / 7 / . / …. / nein / …. / …. / 62 / .. / 62 / ... / nein /..../ Letzten Samstag.

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Resultat Jan. 1900…. / 1422 / 127 / 80 / 10 / 47 / 102 / 1367 / ... / 482 / 282 / 65 / 6 /36/  159 / 232,923 / 76 000 / 156,923 / 3772 / 13 / 193 / 106 /

Resultat Jan. 1899 / 1275 / 161 / 116 / 34 / …. / 114 / 1200 / …. / 457 / 253 / 55 / 5 / …. / 157 / 219,858 / 76,031 / 145,827 / 3820 / 13 / 95 / 74

--------------------------------------------------

Zunahme………….. / 147 / .... / .. / …. / ... / …. / 167 / .. / 31 / 29 / 10 / 1 / 36 / 2 / 13,064 / ……... / 11,096 / ... / …. / …. / ..

Abnahme ………../ ... / 34 / 36 / 24 / …. / 12 / …. / …. / ... / …. / …. / …. / …. / ….. / …….. / 31 / ……... / 48 / ... / ... /