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              <text>Transkript:&#13;
Deutsch-Amerikanische Geschichtsblätter_Die Pioniere von McHenry County_Illinois&#13;
 &#13;
Die Pioniere von McHenry County&#13;
Nach Aufzeichnungen von Friedrich Bertschy, zusammengestellt von Frau Lena B. Seifer.&#13;
I.&#13;
Die ersten deutschen Ansiedler von McHenry County kamen aus dem Unter-Elsaß [Elsass]. Dieses gehörte wohl beinahe zweihundert Jahre zu Frankreich, die Einwohner blieben aber in ihrem Wesen, ihren Sitten, sowie ihrer Sprache ganz deutsch. Die meisten Ansiedler kamen aus Drachenbronn, einem kleinen Dorfe am Fuße der Vogesen an der Bergstraße zwischen Weißenburg und Wörth gelegen, und von etwa sechzig Familien bewohnt, schlichten, ehrlichen Bauern, die mit unermüdlichem Fleiß das magere Bergland bebauten. Doch der Ertrag blieb immer kärglich, und so wandten sich die Blicke nach dem neuen Erdtheil [Erdteil]. Schon im Jahre 1833 zogen die Familien Jacob Wiedrich, Michael Werner und Christian Meder fort nach Amerika und siedelten sich erst in New York an. Ihrem Rufe folgend wanderte Michael Kochersperger im Jahre 1835 nach Amerika aus; kehrte aber im Jahre 1836 wieder zurück, um seinen Vater Adam Kochersperger, seinen Bruder und drei Schwestern zu holen. Ihnen schlossen sich noch fünf junge Männer aus Drachenbronn an, nämlich: die Brüder Michael und Peter Herdklotz, Jacob Eckert, Peter Sondericker und Heinrich Kuhn. In zwei gedeckten Wagen, mit Pferden bespannt, und mit den nöthigen [nötigen] Lebensmitteln versehen, unternahmen sie die beschwerliche Reise nach dem französischen Seehafen Havre, wo sie nach siebzehn Tagen ankamen. Bald darauf schifften sie sich auf einem französischen Postschiffe ein. In Havre hatten sie sich mit Schinken versehen, dazu gab’s Kartoffeln, Zwieback und Kaffee. Das Schiff hatte 150 Passagiere, 14 Matrosen nebst Offizieren und zwei schwarze Köche, welch letztere ein großes Wunder für unsere Elsässer waren.&#13;
Gleich bei der Einschiffung erlebten die Zwischendecks-Passagiere ein Reise- Abenteuer, das beinahe einen tragischen Ausgang gehabt hätte. Eine junge Frau aus Lothringen, die sich auf der Reise zu ihrem schon in Amerika weilenden Gatten befand, ließ sich, um das Reisegeld zu sparen, in eine Kiste schließen und als Gepäck auf’s Schiff tragen. Es gelang auch; die Kiste wurde mit den übrigen ins Zwischendeck spediert, aber in dem Durcheinander des Einschiffens wurde sie von ihren Freunden vergessen, und als man endlich später an sie dachte, war die Aermste [Ärmste] bewusstlos und halb tot. Es gelang jedoch nach vieler Mühe, sie wieder zum Bewusstsein zu bringen und nach etlichen Tagen war sie wieder munter. Der Betrug wurde jedoch entdeckt, als der Kapitän nach etlichen Tagen die Passagiere nochmals zählen ließ; in Anbetracht der großen Gefahr aber, in der die Frau geschwebt, verzieh er das Vergehen und ließ sie als Näherin ihre Ueberfahrt [Überfahrt] verdienen. Nach 37tägiger Seefahrt landeten die Wanderer in New York, von wo sich die Familie Kochersperger sogleich nach Rome, N. Y., zu ihren Freunden begab, während die fünf jungen Männer sich sogleich nach Arbeit umsahen, denn zum Weitergehen reichte ihr Geld nicht. Vorläufig zahlten sie einen Dollar Kopfgeld die Woche, dann fand Peter Sondericker Arbeit in einer Brauerei, und Peter Herdklotz bei einem Milchmann zu drei Dollars den Monat. Er gab sein letztes Geldstück einem der Freunde, denn Heinrich Kuhn zog bis nach Utica, ehe er Arbeit in  seinem  Handwerk  als  Schneider  fand,  während  Jacob  Eckert  und  Michael&#13;
 &#13;
Herdklotz bis ins Innere des Staates zogen, ehe sie Arbeit bei Farmern fanden zu sechs Dollars den Monat.&#13;
Im Mai des Jahres 1838 kam Kuhn nach New York zurück und erzählte den Freunden von dem fernen Westen, wo das Land umsonst zu haben sei; zur selben Zeit kam Jacob Eckert, Vater, dem Rufe seines Sohnes folgend, mit seiner Frau und fünfzehnjährigem Sohn Heinrich in New York an. Hausgeräth [Hausgerät] brachten sie nicht mit, jedoch etliche Kisten voll Betten, Leinen und Kleider; bald nach ihrer Ankunft schifften sie sich mit Kuhn und Herdklotz ein und fuhren den Hudson hinauf nach Albany. Sondericker blieb noch in New York, wo er lohnende Arbeit gefunden hatte. Die Fahrt nach Albany dauerte drei Tage; bei ihrer Ankunft daselbst versuchte ein Agent der neu erbauten Erie-Bahn sie zu zwingen, die Bahn zu benutzen, indem er sich ihres Gepäcks bemächtigte. Kuhn wusste jedoch, dass die Bahn nur siebzehn Meilen weit fertig war und nur 14 Meilen die Stunde fuhr und es also nutzlose Mühe und Kosten beim Ein- und Ausladen verursachen würde; ihr Gepäck wurde ihnen aber erst ausgeliefert, als sie einem höheren Beamten der Bahn ihr Leid klagten. Es war dies eine der vielen Arten, „grüne“ Einwanderer zu rupfen.&#13;
Nun schifften sich die Wanderer auf einem Boot des Eriecanals ein. Die Fahrt hatte wenig Angenehmes, das Wetter war heiß und das Boot gedrängt voll von Passagieren. Nach drei Tagen landeten sie in Rome, N. Y., wo sie von Jacob Eckert und Michael Herdklotz erwartet wurden, und Alle freuten sich des Wiedersehens. Bei den hier ansässigen Elsässern wurde nun Quartier gemacht; die Gegend war wohl schön, aber das Land schon zu theuer [teuer]; also wurde beschlossen, weiter zu gehn [gehen] und nach zwei Wochen zogen sie wieder den Canal [Kanal] hinauf nach Buffalo; diesmal auf einem Frachtboot mit wenig Passagieren, das vom Eigenthümer [Eigentümer] selbst bewohnt war. Die Fahrt war zwar langsam, aber lustig; die jungen Drachenbronner waren gute Sänger, und die Lieder, die sie im Heimathsdorfe [Heimatsdorfe] gelernt hatten, klangen nun, bald lustig bald wehmüthig [wehmütig] vom Deck des Canalbootes [Kanalbootes] und entzückten die Mitreisenden. Von den Frauen an Bord wurde ihnen mancher Leckerbissen gebracht mit der Bitte um ein Lied.&#13;
In Buffalo angekommen schifften sie sich abermals ein; diesmal auf einen Dampfer des Eriesees; der Kapitän machte eine Wettfahrt mit einem anderen Dampfer; es galt hundert Dollars, wer zuerst in Detroit ankommen werde. Man fuhr, dass der Schaum hoch aufspritzte und das Schiff in allen Fugen zitterte und die Passagiere auf ein feuchtes Grab gefasst waren; als einige protestierten, sagte ihnen der Kapitän, dass er allein die Verantwortung zu tragen hätte. Er gewann auch die Wette, weil die Räder des anderen Dampfers zersplitterten, so daß [dass] er dessen Passagiere auf sein Schiff nehmen musste. Nun gings den Huronsee hinauf, an dem oberen Ufer wurde Halt gemacht an einer Stätte, wo große Haufen Holz aufgestapelt waren, welches für die Schiffsfeuerung verwendet wurde; ein Trupp Indianer stand dabei, denen man allerlei Eßwaaren [Esswaren] zuwarf; die rothen [roten] Herren warfen aber alles verächtlich fort. Man fuhr den Michigansee hinunter und landete am 11. Juli in Chicago. Bei der Landung trafen die Elsässer einen Landsmann, der ein Gasthaus hatte, Herr [Herrn] Willemann; dieser bewog sie, mit ihm zu gehen. Peter Herdklotz, der 18 Jahre alt war, trat sogleich bei Willemann in Dienst, den Lohn erhielt er in Materialwaaren [Materialwaren]. Zu seinen vielen Pflichten gehörte es&#13;
 &#13;
auch, den täglichen Wasserbedarf aus dem Michigansee zu holen; dazu lud er drei Fässer auf einen Wagen, spannte zwei Ochsen davor und fuhr an’s Ufer des Sees, wo er mit Eimern die Fässer füllte; dabei kam es auch vor, dass bei Sturm Fuhrmann und Gefährt von Sturzwellen beinahe fortgespült wurden.&#13;
Michael Herdklotz und Jacob Eckert gingen Land suchen. Zuerst fuhren sie mit Willemann südlich bis Galesburg, Ill., da war jedoch alles schon zu theuer [teuer]. Bei der Rückkehr trafen sie einen Deutschen von Geneva Lake, Wis., der pries jene Gegend, und als er heimkehrte, gingen sie mit, und zwar zu Fuß die ganzen fünfundsiebzig Meilen von Chicago nach dem heute weit berühmten Sommeraufenthalt. Aber die waldgekrönten Berge dort entzückten die beiden Landsucher nicht, sie wandten sich wieder zurück und suchten eine Stelle, die sie sich beim Hinaufgehen gemerkt hatten. So kamen sie in den südlichen Theil [Teil] des jetzigen Township Greenwood, in McHenry Co., Ill., wo welliges Prärieland an prächtigen Eichenwald grenzte. Hier sicherten sie sich eine halbe Section  (320 Acres) Prärieland für 50 Doll. und eine Viertel-Section Waldland (160 Acres) für 25 Dollars.&#13;
Die Gegend wurde beherrscht von sogenannten „Boomers“, Männern, die das von der Regierung vermessene Land den Ansiedlern überwiesen und ihnen dafür so viel Geld abforderten, als diese eben besaßen; - rauhe [raue] Gesellen, tollkühne Reiter, welche die im Gürtel steckenden Pistolen meisterhaft zu gebrauchen wußten [wussten]; sie hielten Ordnung und beschützten die Ansiedler gegen allerlei Landräuber.&#13;
Weit zerstreut standen schon einige Blockhütten, die von Schotten oder Virginiern bewohnt waren, nur wenige waren feste Ansiedler, die meisten Wandervögel, die nur so lange blieben, bis sie ihr billig erworbenes Land mit Profit verkaufen konnten. W.&#13;
P. Walcup und die Brüder Dufield waren schon da, diese hatten ihr Land schon im Jahre 1835 aufgenommen, waren aber erst im Frühjahr 1837 darauf gezogen, also nur einundeinhalb Jahr vor den ersten Deutschen. Sie wohnten fünf Meilen von diesen entfernt. In der Nachbarschaft des Landes, das die beiden Deutschen aufnahmen, standen weit zerstreut Blockhütten von Ansiedlern, die im selben Jahre gekommen waren; die nächste etwa eine Meile entfernt. Diese Blockhütten und eine Wagenspur, die in vielen Windungen gegen Chicago führte, waren die einzigen Kulturspuren in der Gegend.&#13;
Nachdem sich die jungen Männer ihre „Claims“ gesichert hatten, marschierten sie wieder nach Chicago zurück; und nach ihrer Ankunft daselbst wurden sogleich Anstalten getroffen, von dem erworbenen Lande Besitz zu nehmen. Eckerts sollten den Haushalt gründen und ihre Neffen, die Brüder Herdklotz, ihnen dabei nach bester Kraft helfen. Die größte Auslage verursachte ein Joch Ochsen, das $60 kostete; dann kaufte man einen Wagen, Pflug, Heugabel und Rechen, für jeden Mann eine Axt, ein Fass Mehl für $14 und noch etliche Lebensmittel, soweit das Geld reichte. Von dem letzteren versteckte Mutter Eckert wohlweislich ein paar Dollars. Dann wurde aufgepackt und die Reise angetreten, dahin, wo ein neues Heim gegründet werden sollte. Der Ochsenwagen war schwer bepackt, deshalb gingen die jungen Leute zu Fuß.&#13;
 &#13;
Am ersten Tage kamen sie nur acht Meilen weit und verbrachten die Nacht in einer leeren Hütte; in der zweiten übernachteten sie im Walde nahe dem Fox Fluß [Fluss] und hatten von Mückenschwärmen viel zu leiden. Die größte Schwierigkeit aber bereitete ihnen der Uebergang [Übergang] über den Foxfluß. Es gab zwar eine Fähre südlich von der Stelle, wo jetzt Algonquin steht, aber das Fährboot war ein einfaches flaches Boot, das mit Ruderstangen geschoben wurde, und der schwer bepackte Wagen war für dasselbe eine gefährliche Ladung und die Ochsen wollten aus Furcht ins Wasser rennen. Dennoch gelangte man ohne Unfall mit Hab und Gut an das andere Ufer. Gegen Abend des dritten Tages, am 8. September 1838, gelangte man ans Ziel. „Halt“. rief Michael Herdklotz, „dort ist unser Wald!“ auf eine Rieseneiche zeigend, die sie markiert hatten. Dann sprang er an den Wagen und holte die Sense, um mit mächtigen Streichen eine Bahn durch das beinahe mannshohe Gras zu mähen nach der Eiche, welche etwa 200 Fuß von dem Fahrgeleise [Fahrgleis] entfernt stand; alle folgten nun nach, bald stand man auf eigenem Grund, unter dem Schutze der breitästigen Eiche, sonst obdachlos und fremd. Es waren heute nur sechs Drachenbronner Pioniere, nämlich: Vater Eckert und Frau nebst zwei Söhnen, Jacob und Heinrich, und ihre Neffen Michael und Peter Herdklotz, aber nach sieben Jahren zählte die Ansiedlung schon 54 Personen aus demselben Dorfe.&#13;
Unter der Eiche wurde nun Feuer gemacht und wieder Vorbereitung für die Nacht getroffen. Peter ging, eine Quelle zu suchen, und kam an die Hütte eines Ansiedlers, dessen Frau ihn frug [fragte], ob sie Frauen bei sich hätten, und als er bejahte, lud sie ihn ein, dieselben für die Nacht hinüber zu bringen. So war für die erste Nacht gesorgt. Am nächsten Morgen gingen die jungen Männer früh ans Werk; bald klangen die Aexte [Äxte] und unter den kräftigen Streichen fielen die hundertjährigen Eichen, denn es galt, ein Haus zu bauen. Dazu wurden die Stämme von den Kronen befreit und zusammen geschleppt, dann wurden im Viereck sieben Stämme übereinander gelegt; vorn wurde ein Loch gelassen als Thür [Tür], dann deckte man das Ganze mit den Kronen der Bäume und breitete langes Präriegras darüber, der Fußboden bestand aus dem frisch gemähten Rasen. Am Abend wurden die paar Kisten und Geräthschaften [Gerätschaften] hineingeschafft und man zog ein. So entstand das erste deutsche Heim in McHenry County, ein Hüttchen ohne Thür [Tür] und Fenster am Saume des Waldes, vor sich die jungfräuliche Prärie. Heute kreuzen sich nahe jener Stelle zwei breite Landstraßen und zu beiden Seiten derselben stehen schöne, reichausgestattete Farmhäuser und große wohlgefüllte Stallungen inmitten grüner Obstgärten und reicher Felder, und dreizehn jener schönen Gehöfte gehören jetzt noch den Nachkommen der ersten Pioniere oder derer, die auf ihren Ruf herüberkamen. Von den Erbauern des ersten Hauses lebt nur noch einer: Peter Herdklotz, dessen klarem Gedächtniß [Gedächtnis] wir viele der angeführten Thatsachen [Tatsachen] verdanken; er lebt in Woodstock bei seiner Tochter Frau Pfeiffer.&#13;
Für Bettstellen war in jenem Hüttchen kein Platz, auch hatte man keine, dafür aber die weichen Elsässer Federbetten. Die Erbauer schliefen in der ersten Nacht den Schlaf der Gerechten und Müden; Mutter Eckert jedoch saß die ganze Nacht auf einer Kiste wachend und betend, die Augen auf den offenen Eingang gerichtet, bereit, ihre Lieben zu warnen oder zu vertheidigen [verteidigen], wenn Gefahr drohte. Es war eine warme Herbstnacht; auf der weiten Ebene zirpten die Grillen und summten die Käfer viel tausendstimmig, während aus dem Walde das Rufen der&#13;
 &#13;
Eule und das Heulen des Wolfes schaurig hereintönte. In mancher späteren Nacht, wenn Frau Eckert diese Töne hörte, betete sie wie in der ersten: „Lieber Gott! Wenn uns die Wölfe zerreißen sollten, so lass sie am Kopf anfangen, damit wir nicht so lange leiden müssen.“ Sie hing [hängte] einen leinenen Vorhang vor den offenen Eingang, aber wenn er im Luftzuge flatterte, glaubte sie Wölfe oder Indianer zu sehen. In späteren Nächten hatte sie Licht, denn sie füllte eine Tasse mit Schmalz und zog einen Lappen durch, dieser wurde angesteckt und so war die Hütte erhellt; auch stellte sie immer die Axt neben ihr Lager. Gekocht konnte in der Hütte nicht werden, dazu wurde draußen ein Loch in den Boden gegraben und zwei Pfosten mit Gabeln in den Grund getrieben und darüber eine Stange gelegt und die Kessel daran gehängt. Als Brunnen wurde ein vier Fuß im Quadrat breites Loch gegraben, acht Fuß tief; darin sammelte sich sogleich Wasser an; da man keine Pumpe hatte, wurde aus zwei kleinen Baumstämmen eine Leiter fabriziert, daran stieg man hinunter und holte das Wasser mit Eimern herauf. Die Männer hatten viel schwere Arbeit zu thun [tun], denn sie begannen sogleich Bäume zu fällen, um ein richtiges festes Blockhaus zu bauen, das jedoch erst spät im November fertig wurde, als es schon in der Hütte nicht mehr gemüthlich [gemütlich] war; inzwischen arbeiteten die jungen Männer auch ab und zu für andere Ansiedler und halfen diesen die erste Ernte einheimsen. Baares [bares] Geld hatte Niemand; sie erhielten als Lohn Mais und Kartoffeln. Die letzteren gediehen in dem frisch gepflügten Rasen vorzüglich; beim Ausroden drehte man die Stücke Rasen um und da lagen die Knollen, rein und groß, jeder Stock einen Eimer voll. Der Mais stand zehn Fuß hoch und hatte große Kolben. Sie verdienten dreißig Buschel von jedem, und in aller Mühsal und allen Entbehrungen, die sie im ersten Winter durchmachen mußten [mussten], trösteten sich diese deutschen Pioniere mit der Hoffnung auf ihre eigene große Ernte im nächsten Jahre.&#13;
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              <text>Werth [Wert] und Ziel der deutsch-amerikanischen Geschichtsforschung&#13;
Vortrag gehalten von der Deutsch-Amerikanischen historischen Gesellschaft von Illinois am 23. Mai 1900. &#13;
Von Wilhelm Bocke.&#13;
Der amerikanische Revolutionskrieg ging mit dem Pariser Vertrage im September 1783 zu Ende. Kühne Männer, meistens aus dem Staate Virginien, waren im Laufe des Krieges in das noch wildfremde, nordwestlich vom Ohio-Fluß [Fluss] gelegene und von jenem Staate beanspruchte Gebiet, dass unter dem Namen Northwestern Territory bekannt war, vorgedrungen, hatten die Indianer zurück geworfen und den Grund zu blühenden Städten gelegt. Auf gewisse nördliche Theile [Teile] desselben wurden jedoch auch von New York, Connecticut und Massachusetts Ansprüche erhoben, welches zur Folge hatte, daß [dass] zur Vermeidung von Verwicklungen sämmtliche [sämtliche] vier Staaten, einer nach dem andern, ihr Hoheitsrecht an die eben begründete Bundesregierung abtraten. In 1787 erhielt dieses Gebiet eine Verfassung, die der berühmten Jefferson-Ordinance von 1784 nachgebildet war, und aus demselben entstanden im Laufe weniger Jahrzehnte die Staaten Ohio, Indiana, Illinois, Michigan und Wisconsin, die nunmehr zu den reichsten der Union gehören.&#13;
 Auf diesem Erdtheil [Erdteil] hat sich die weltgeschichtliche Regel am augenfälligsten befundet [befunden], dass die Entwicklung des Menschengeschlechts, ihrem Hauptgang nach, dem täglichen Lauf der Sonne folgt. Immer weiter gen Westen drangen die kühnen Pioniere vor, deren Mission es war, das wilde, jenseits der Allegheny-Gebirge gelegene Gebiet der menschlichen Kultur zu eröffnen und den Millionen, die ihnen folgten, friedliche Wohnstätten vorzubereiten. Zu dem mächtigen Heer, das jich [ich] dieser Kulturarbeit unterzog, haben die Deutschen gerade hier ein großes Kontingent gestellt, wenngleich die wegen der politischen Ohnmacht, in die das Vaterland verfallen war, nur die Reihen der Gemeinen füllten, und, wie Friedrich Rapp richtig sagt, eine Armee ohne Offiziere bildeten. Welchen Antheil [Anteil] die an der Kolonisation der großen hier in Frage der stehenden Gebiete gehabt, wie weit die auf den Charakter des hier noch im Werden begriffenen Volkes einzuwirken und ihm dem Stempel ihrer Eigenart aufzubürden vermocht haben, das festzustellen muß [muss] für jeden denkenden Deutschen, der seine Rasse liebt, stets besonderen Reiz haben. Das Volk der Niedersachsen, die Ritter des Deutschen Ordens und die Bürger der Hansa [Hanse] hatten vor Jahrhunderten mit Schwert und Pflug die die größte Colonisation [Kolonisation] vollführt, welche die Welt seit den Tagen der Römer erlebt hatte. Die Lande zwischen Elbe und Memel wurden besiedelt und weit hinauf gen Norden und Osten, in die skandinavischen Länder, wurde die Fackel deutscher Bildung getragen. Daneben bestätige sich die schöpferische Kraft des deutschen Erfindungsgeists auf das glänzendste. Alle Entdeckungen und Erfindungen, welche in der Geschichte der Menschheit Epoche machten, werden unserem Stamme zugeschrieben, und im Mittelalter waren es wenig oder keine, welche nicht hierher gerechnet wurden. Die Oelmalerei [Ölmalerei], das Schießpulver, die Buchdruckerkunst, die Uhren, die Glasmalerei, das Schleifen von Diamanten, die Windmühle, sowie andere Mühlen, das Walzwerk bei der Vermünzung, das Leienpapier, die Seidenweberei, die beste Art Scharlach zu färben, das Spinnrad und die Spinnadel, das Fernglas, die Abweichung der Magnetnabel, die Blasebälge, endlich die vorzügliche mathematischen und mechanischen Instrumente, werden für Erfindungen der Deutschen erklärt. Auch find einheimische sowohl als fremde Schriftsteller aus dem Mittelalter voll des Lobes über den blühenden Zustand der deutschen Städte, sowie über den Gewerbefleiß ihrer Bürger. Doch wie das deutsche Volk früher fast ausschließlich die schöpferische Quelle aller Erfindungen war, so war es auch später der Hort der höheren Forschung und errang der Menschheit die Freiheit und Unabhängigkeit des Geistes, wodurch erst die Grundlage wahrer Wissenschaft gelegt wurde.&#13;
Es sind nun zwar der Jahrhunderte tiefer politischer Erniedrigung über das alte Vaterland hinweggezogen [hinweg gezogen], doch hat es sich, auf den Schlachtfeldern in Böhmen und Frankreich verjüngt und geläutert, auf’s Neue zu hohem Glanz erhoben, und sein Volk bestätigt wieder seine unverwüstliche Lebenskraft in Stolzem, aber friedliche Ringen mit den Tüchtigsten der Erde. Haben sich seine Söhne, die in die Fremde zogen, ihren Väter würdig gezeigt und haben sich die guten Eigenschaften ihres Stammes auch dort bewährt? Unser eigenes Selbstgefühl gebietet, daß [dass] wir uns hierauf Antwort gegeben.&#13;
Vor hundert Jahren war das Gebiet dieses Staates der menschlichen Kultur kaum erschlossen. Zwei Militärposten, Cahokia und Kaskaskia, befanden sich an seiner südöstlichen Grenze, und nur unter deren Schutz war es den ersten Ansiedlern ermöglicht [möglich], in dem von wilden Indianerhorden heimgesuchten Land festen Fuß zu fassen. Heute wohnen in diesem Staat über vier Millionen Menschen, von denen fast die Hälfte unsere eigene Stadt füllt. In einem Zeitraum von kaum hundert Jahren sind auf der weiten Prärien dieses Staates hunderte von blühenden Gemeinschaften entstanden, seine Felder tragen die reichsten Aehren [Ähren], dem Schoß der Erde werden werthvolle [wertvolle] Metalle entnommen, an den Flüssen wie an den künstlichen angelegten Verkehrswegen erheben sich unzählige Industrien der vielfältigsten Art, sowie viele andere Riesenwerke des menschlichen Fleißes, Handel und Wandel stehen auf einer hohen Stufe der Entwickelung [Entwicklung], unsere Bürger erfreuen sich im Allgemeinen eines befriedigend Wohlstandes, viele von ihnen haben sich ausgezeichnet auf allen Gebieten menschliches Wirkens, und während eine nicht geringe Anzahl in unserer Bundesregierung zu den höchsten Ehren gelangte, ward es verschiedenen von ihnen beschieden, zu einer Zeit, in der alle Segnungen unserer freiheitlichen Einrichtung auf dem Spiele standen, die Geschichte unserer Landes auf ihren Schultern zu tragen und durch ihre überlegenen Geist, sowie durch hohen Sinnesadel, nicht allein wirthschaftliche [wirtschaftliche] Verhältnisse von der äußersten Tragweite, sondern auch die aus ihnen hervorgegangenen politischen und sittlichen Anschauungen unserer Volkes in bessere Bahnen zu leiten.&#13;
 Es darf angenommen werde, daß [dass] 30 Prozent der Bevölkerung dieses Staates deutscher Abstammung sind. Haben sie an den großartigen Entwickelungen [Entwicklungen], die hier stattgefunden haben, einen annähern gleichen Antheil [Anteil] genommen? Haben sie in Kirche und Schule, im Ackerbau, im Handel und Gewerbe, in den Industrien, den Künsten und Wissenschaften neben ihren Mitbürger gern anderer Abstammungen gleich segenreich gewirkt? Sind sie ihrem Adoptiv- Vaterlande treue Bürger gewesen, haben sie ihre öffentlichen Pflichten gebührend gewürdigt und in den Stunden der Gefahr, in Krieg und Frieden, unserer Bundesregierung mit Liebe und Hingabe zur Seite gestanden? Hat die deutsche Einwanderung die Kraft unseres amerikanischen Volkes erhöht oder vermindert? Hat die deutsche Presse des Landes die hohe Aufgabe, ihren Landsleuten als Lehrer und Wegweiser zu dienen, in allen Fällen richtig erfaßt [erfasst]; hat sie den geistigen und sittlichen Fortschritt ihrer Leser kräftig gefördert und hat sie im Allgemeinen in den großen politischen Parteikämpfen des Landes stets die richtige Stellung behauptet? Alles dies richtig zu prüfen, und darüber ohne Scheu, streng der Wahrheit folgend, zu berichten, soll die Aufgabe dieser Gesellschaft sein, denn nach dem treffenden Ausspruch eines deutschen Geschichtsschreibers „dürfen wir nicht was das Herz empfindet, die Phantasie so gerne gestaltet, in das Heiligthum [Heiligtum] der Geschichte einführen, sondern nur dem die Pforte zum Eingang öffnen, was Ueberlegung [Überlegung] und reife Beurtheilung [Beurteilung] als Wahrheit aufgefunden und erkannt haben.“ Im Allgemeinen dürfen wir jedoch von vorne herein kühn behaupten, daß [dass] sich die deutsche Kultur, durch ihren unschätzbaren Werth [Wert], trotz vieler feindlichen [feindlicher] Gegenströmungen, langsam und sicher überall Bahn bricht. Verhältnißmäßig [Verhältnismäßig] gering an Zahl und kaum mit der Durchschnittsfähigkeit der Bewohner der alten Heimath [Heimat] ausgerüstet, sind die eingewanderten Deutsche, welche meistens ohne Kenntnis der Sprache und der amerikanischen Verhältnisse hier landen, vielfach mit Ueberwindung [Überwindung] der widrigsten Umständen doch zu einem volkswirthschaftlich [volkswirtschaftlich] und geistig maßgebenden Einflusse gelangt. Die deutschen Einwanderer bestehen der Mehrzahl nach aus Leuten, die einem festen Beruf haben und aus ihrer Heimath [Heimat] Fähigkeiten und Talente mitbringen, deren Verwerthung [Verwertung] dem allgemeinen Erwerbsleben des Landes sofort zu Gute kommt. Wir finden daher unsere Landsleute auf allen Gebieten menschlicher Thätigkeit [Tätigkeit], auf denen nicht allein kräftiger Arm, sondern auch praktische und theoretische Kenntnisse erfordert werden. So hat sich der Deutsche nicht allein im Handwerk, sondern auch in den höchsten Leistungen der Baukunst und des Ingenieurfaches von jeher rühmlichst ausgezeichnet, während er mehr als alle Anderen das Kunstgewerb: die Lithographie, die Graveurkunst, das Goldarbeiter- und Juwelier-Handwerk, soweit sich dasselbe über die Fabrikarbeit erhebt, die Holz- und Steinbildhauerkunst und ähnliche nützliche und schöne Beschäftigungen pflegt. In gleicher Weise steht der Deutsche in vielen Fabrikzweigen vorne an, wie er auch als Klein- und Großhändler mi den Besten wetteifert. Doch der deutsche Bauer hat unserem Lande unstreitig den größten materiellen Segen gebracht. Sämmtliche [Sämtliche] weltliche Staaten der Union, des alten Pennsylvaniens gar nicht zu gedenke, sind unter den fleißigen Händen deutscher Bauer blühende Ackerbaustaaten geworden, und wer in tiefem Staate, die sonstwo im Lande, die besten Farmen sehen will, der muß [muss] zu den Deutschen gehen. Wo immer die deutschen Bauern sich ansiedeln, da beugt sich der jungfräulich stolze Boden dem emsigen Fleiße und der deutschen Ackerbaukunst und spendet der Mühe reichen Lohn. Die Einwanderer keiner anderen Nation bringen so große Fähigkeiten für den Ackerbau mit und tragen dadurch soviel zum Wohlstand des Landes bei wie der deutsche Bauer. Nur die Holländer und Skandinavier, beide Waffenbrüder des Deutschen, können sich hier auf einen edlen Wettstreit mit ihm einlassen. &#13;
Wir wollen aber auch nicht verkennen, daß [dass] die Deutschen nicht allein als Handwerker, Techniker, Gewerbetreibe und Bauern zu den Besten unserer im Entstehen begriffenen amerikanischen Nation gerechnet zu werden verdienen, sondern daß [dass] das größte Verdienst der heutigen Einwanderung darin besteht, daß [dass] der deutsche Geist und das deutsche Gemüth [Gemüt] im amerikanischen Charakter tiefe Wurzeln geschlagen haben. Unter der deutschen Einwanderung des letzten Jahrhunderts hat es nicht an Männern gefehlt, deren hohe Bildung sie in Stand setzte, durch Wort und Schrift auf die Vorzüge deutscher Wissenschaft, die Schönheiten deutscher Kunst und den Reichthum [Reichtum] der deutschen Literatur hinzuweisen. Auch haben auf der anderen Seite viele strebsame junge Männer unter den Amerikanern, nachdem sie ihre Studien auf hiesigen „Colleges“ beendet, eine höhere wissenschaftliche Bildung als letztere ihnen gewährten, unter den besten Lehrern deutscher Universitäten gefunden, und auf allen höheren Lehranstalten im Lande wird der deutschen Wissenschaft gebührend gehuldigt. Doch in ihrem veredelnden Einfluß [Einfluss] auf unser amerikanisches Volk steht nichts so hoch als das höchste, das die Erde kennt, die deutsche Musik. Nirgend zeigt sich der sittliche Werth [Wert] der deutschen Einwanderung, welche auch dieses unschätzbare Gut auf amerikanischen Boden heimisch gemacht hat, so groß als hier. Unbewußt [Unbewusst] nimmt der Amerikaner das deutsche Gemüth [Gemüt], welches sich durch seine Musik so herrlich offenbart, in sich auf und unter ihrem göttlichen Einfluß [Einfluss] regen sich die edelsten Triebe zu lebendigem Schaffensdrang. „ Jede gut ausgeführte Symphonie Bach’s, Beethoven’s oder Mozart’s, und der großen Nachfolger derselben,“ sagt Andrew D. White, „ist ein Gewinn für die amerikanische Civilisation [Zivilisation],“ während unser großer Landsmann Stallo diesem Gedanken in folgenden treffenden Worten Ausdruck giebt [gibt]: „ Welche Sprache unsere Kinder in den kommenden Jahrhunderten auch reden möge, sie und die Nachkommen der Anglo-Amerikaner werde die Weisen unserer Väter singen; das Licht der deutschen Wissenschaft wird ihnen aus den Augen strahlen und die Gluth [Glut] des deutschen Gemüths [Gemüts] wird ihre Wangen röthen [röten].“&#13;
Blicken wir daher auf das Wirken unserer Landsleute, so müssen wir gerade hier im Mittelpunkt der großen Staaten des Westens, wo sich Thatendrang [Tatendrang] und Thatenlust [Tatenlust] auf allen Gebieten menschlichen Schaffens auf das Kraftvollste offenbaren, einen belebenden Sporn fühlen, ihre Geschichte zu schreiben. Da sie nun einen erheblichen Bestandtheil [Bestandteil] des amerikanischen Volkwesens bilden und in alle wichtigen öffentliche Ereignisse kräftig mit eingegriffen haben, so ist es unvermeidlich, daß [dass] die innere Entwickelung [Entwicklung] des amerikanischen Volkes, so weit dasselbe diesen Staat bewohnt und von hier aus auf das Land im Allgemeinen eingewirkt hat, gezeigt wird, und daß [dass] alles Große, was auf irgend einem Gebiet das Volk bewegt hat, sofern deutsche Männer dieses States den geringsten Antheil [Anteil] daran hatten, in den Vordergrund der Erzählung gestellt wird. Nur dadurch kann ein einheitliches Geschichtswerk geschaffen und alles Episodenhafte vermieden werden. Auch ist nicht zu übersehen, daß [dass] sich von dem gegenwärtigen Augenblicke bis zu den ersten Anfängen amerikanischer Kultur eine lange Kette von Begebenheiten hinaufzieht, die wie Ursache und Wirkung ineinander greifen, und deshalb von einer ausführlichen Schilderung des Wirkens eines großen Bestandtheils [Bestandteils] unseres amerikanischen Volkes, der unseren Staat umfaßt [umfasst], nicht zu trennen ist. Zur Erfüllung dieser schwierigen, und durch unermüdlichen Fleiß und reges Forschen zu bewältigenden Aufgabe ist uns daher auch der Beistand begabter, mit den hiesigen Universitäten verbundener Darsteller bereits zugesichert worden.&#13;
Organisationen wie die unsere bestehen seit vielen Jahren in den verschiedensten Theilen [Teilen] des Landes, nicht allein unter den eingeborenen Amerikanern, sondern auch unter Irländern und anderen; auch verfolgen die Deutschen in einigen anderen Städten der Union ähnliche Bestrebungen. In der großen Stadt Chicago wollen wir uns daher nicht für minderwerthiger [minderwertiger] halten, als unsere Mitbürger anderer Abstammung, die sich seit Jahren systematisch in festgegliederten Bereichen mit Erforschung der Leistungen ihrer Stammesangehörigen bei der culturellen [kulturellen] Entwickelung [Entwicklung] des amerikanischen Volkes befassen, sondern wir wollen ebenfalls sorgen, daß [dass] unser eigenes Volkswesen durch geeignete Darstellung nicht allein gleich Anerkennung bei der Mitwelt finden [findet], sondern daß [dass] auch bei unseren Nachkommen ein berechtigter Stolz in ihre Vorfahren, sowie ein edles Streben für die Fortpflanzung der besten Eigenschaften des deutschen Volkscharakters erweckt werden möge. Jeder gebildete, mit richtigem Selbstgefühl ausgestattete Mensch blickt stets mit Stolz auf seine eigene Rasse; er vertieft sich gern in ihre Geschichte, fühlt sich gehoben und begeistert durch die Thaten [Taten] seiner Väter und befleißigt sich der Tugenden, durch die sie sich auszeichneten. Derjenige, der sein eigenes Volksthum [Volkstum] verleugnet, mißachtet [missachtet] sich selbst, und ein solcher Mensch verdient auch nicht die Achtung Anderer. Derjenige aber, der sich und seine Rasse achtet und in dieses Land kommt, um in dem amerikanischen Volksthum [Volkstum] aufzugehen, der weiß auch, daß [dass] er seine und seines Stammes Ehre am Besten wahren kann, indem er dem Lande seiner Wahl ein treuer und ergebener Bürger ist, und in der Erfüllung seiner Pflichten auf dem von ihm gewählten Gebiet menschlicher Thätigkeit [Tätigkeit] mit den Besten um sicher her zu wetteifern hat; denn nur dadurch kann er sich der unschätzbaren Wohlthaten [Wohltaten] des amerikanischen Bürgerrechts würdig erwiesen.&#13;
Daß [Dass] dem Deutschthum [Deutschtum] in diesen Lande dies stets vor Augen gestellt werden möge, sei die Aufgabe dieses Vereins. Möge daher dem Unternehmen, der Folgewelt getreu zu überliefern, was wir von der Vorwelt erhalten, die freudige Unterstützung unserer deutschen Landsleute zu theil [teil] werden, denn „der Mensch verwandelt sich und flieht von der Bühne; seine Meinungen fliehen und verwandeln sich mit ihm; die Geschichte allein bleibt unausgesetzt auf dem Schauplatz eine unsterbliche Bürgerin aller Naturen und Zeiten.“&#13;
Die Deutsch-Amerikanische Historische Gesellschaft von Illinois&#13;
Die Deutsch-Amerikanische Historische Gesellschaft von Illinois ist in’s Leben gerufen worden, um zunächst für eine Geschichte des deutschen Bevölkerungs-Elementes in Illinois während des neunzehnten Jahrhunderts das Material zu sammeln, und wenn die Zeit kommt, in geeigneter Weise zu veröffentlichen. Und zwar damit der große Antheil [Anteil], welchen die Deutschen an der Besiedelung [Besiedlung], der fortschreitenden Entwickelung [Entwicklung] und der großen heutigen Blüthe [Blüte] des Staates auf allen Gebieten menschlicher Thätigkeit [Tätigkeit] gehabt haben und haben, in wissenschaftlicher Weise über jeden historischen Zweifel hinaus so festgelegt werde, daß [dass] weder nativistische Beschränktheit noch Unwissenheit daran zu rütteln oder davon wegzunehmen vermag.&#13;
Wie nothwenig [notwendig] das ist, - wie sehr die Deutschen es ihrer Selbstachtung schuldig sind, daß [dass] ihre Leistungen in diesem Staate vor der Vergessenheit bewahrt werden, beweist am Schlagendsten das Beispiel der Deutschen, welche einst Theile [Teile] der Staaten New York und Virginien besiedelt haben, und deren Andenken bereits der Vergessenheit anheimgefallen war, welcher es durch neuere aufopferende [aufopfernde] Forschungen nur nothdürftig [notdürftig] und in schwachen Umrissen entrissen worden ist.&#13;
Sie beabsichtig ferner, so weit es nur irgend möglich, auch den Antheil [Anteil] an der Besiedelung [Besiedlung] des Staates Illinois festzustellen – und er ist ein sehr großer - , welcher auf die Nachkommen derjenigen Deutschen entfällt, welche im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert sich in den Saaten New York, Pennsylvanien, Maryland und Virginien angesiedelt haben, und deren Same im fünften und sechsten Gliede heute einen numerisch sehr starken Bestandtheil [Bestandtei] der Bevölkerung unseres Staates bildet.&#13;
Der Weg, auf welchem die Gesellschaft das nöthige [nötige] Geschichts-Material zu sammeln gedenkt, ist der, in allen Theilen [Teilen] des Staates Mitarbeiter zu gewinnen, welche die Forschung für ihre nähere und weitere Umgebung übernehmen.&#13;
Es gilt festzustellen: wann sich in dem betreffenden Ort, Town, County zuerst Deutsche ansiedelten; aus welcher Gegend des Vaterlandes sie kamen und welche Ursache sie herüberführte; welche den erste Grundbesitz erwarben; wie seitdem allmählich die deutsche Bevölkerung gestiegen ist oder abgenommen hat; welches die vornehmsten Ursachen der Zunahme oder Abnahme waren; wie groß der numerische Bestand der deutschen und der deutsche Grundbesitz heute ist; in welchen Berufen die Deutschen vornehmlich thätig [tätig] sind; welchen Antheil [Anteil] sie an dem Aufbau ihrer betreffenden Lokalität, sei es durch Einführung besserer Methoden der Landwirthschaft [Landwirtschaft] oder durch Einführung von Industrien, gehabt: welchen Einfluß [Einfluss] die Gründung von Kirchengemeinden auf das Wachsthum [Wachstum] und die Hebung des deutschen Elementes geübt; desgleichen die Turnerei, das Gesangvereins-, das Logenwesen und alle Bestrebungen auf geistigem Gebiete, welche sich hier und da, erfolgreich oder nicht, geltend gemacht haben; den Antheil [Anteil], den die Deutschen zu den verschiedenen Zeiten an öffentlichen Angelegenheiten (örtlichen, staatlichen und nationalen) und an den verschiedenen Kriegen genommen; und überhaupt Alles, was als ein Baustein zu dem heutigen großartigen Gebäude betrachtet werden kann.&#13;
Es ist klar, daß [dass], wenn eine so umfangreiche Forschung von einem Einzelnen ausgeführt werden sollte, sie viele Jahre in Anspruch nehmen würde, daß [dass] sie aber in verhältnißmäßig [verhältnismäßig] kurzer Zeit bewältig werden kann, wen sich Viele darin theilen [teilen]. Es liegt ferner die Gefahr vor, daß [dass] von einem Einzelnen vorgenommene Forschungen bei aller Vorurtheilsfreiheit [Vorurteilsfreiheit] und Unparteilichkeit leicht eine einseitige Richtung nehmen könnten; daß [dass] er Manches übersehen und ihm Manches entgehen könnte, was doch für das Gesammtbild [Gesamtbild] von großer Wichtigkeit wäre. Und es ist nicht zum Wenigsten aus diesem Grunde, daß [dass] die Gesellschaft auf die Betheiligung [Beteiligung] und Unterstützung aller Derer im ganzen Staate rechnet, welche das Wünschenswerthe [Wünschenwerte] ihres Strebens anerkennen und demselben Theilnahme [Teilnahme] [Anteilnahme] entgegenbringen. &#13;
Nun giebt [gibt] es in fast jedem Ort oder Town, wo Deutsche wohnen, deutsche Geistliche, Lehrer, Aerzte [Ärzte], Apotheker und sonstige federgewandte Männer, welche nicht nur vermöge ihre Lebenstellung und Intelligenz ganz besonders berufen sind, die Gesellschaft bei ihren Forschungen zu unterstützen, sondern auch diejenigen besser situirten [situierten] Deutschen kennen und zu beeinflussen wissen, welche für diesen hohen Zweck pekuniär zu interessiren [interessieren] wären. Wir haben im Staate über tausend deutsche Kirchengemeinden. Wenn sich nur jeder Geistliche und jeder Lehrer als Forscher in den Dienst dieser Sache stelle wollte, so wurde sie allein schon im Stande sein, ein geschichtliches Material herbeizuschaffen, das nur in wenigen Punkten der Ergänzung bedürfen würde. Aber außer ihnen giebt [gibt] es, wie gesagt, so viele Andere, die gleich berufen sind. Wenn dann noch ein jeder dieser freiwilligen Mitarbeiter wenigsten ein zahlendes Mitglied weren wollte – Geld ist leider zu Bestreitung der Drucksachen und des Porto unentbehrlich -, so wäre der Gesellschaft auch finanziell geholfen, und sie könnte alle ihre Ziele erreichen und ein Werk schaffen, welches die Kritik in jeder Weise aushalten und dem Deutschthum [Deutschtum] von Illinois zur bleibenden Ehre gereichen würde.&#13;
Es sei hier bemerkt, daß [dass] das beträchtliche Kapital, welches zur Herausgabe des druckfertigen Geschichtswerks nöthig [nötig] sein wird, von verläßlicher [verlässlicher] Seite versprochen worden ist. Aber die Männer, welche dies Opfer bringen wollen, verlangen, daß [dass] erst etwas Tüchtiges, der Drucklegung Werthes [wertes] geschaffen werde, und dazu braucht die Gesellschaft die Mitarbeit und die pekuniäre Hülfe [Hilfe] des gesammten [gesamten] Deutschthums [Deutschtums] des Staates.&#13;
Außerdem – die Gesellschaft ist sich sehr wohl bewußt [bewusst], daß [dass] die Akten über die Geschichte des Deutschthums [Deutschtums] von Illinois im ganzen neuzehnten Jahrhundert noch lange nicht geschlossen sind, und daß [dass] sich eine Geschichte nur über de eigentliche, bis Ender der fünfziger Jahre reichende Pionierzeit, und vielleicht über die in ihren hauptsächlichen, augenfälligen Einwirkungen mit dem Schluß [Schluss] der siebziger Jahre zu Ende gehende Zeit der Achtundvierziger schreiben läßt [lässt]. Was daraus folgt, das historisch zusammenzu [zusammen zu] fassen, wird Sache Derer sein, die nach uns kommen. Aber um sie in den Stand zu setzen, es mit voller Kenntniß [Kenntnis] der Thatsachen [Tatsachen] zu thun [tun], und dem Deutschthum [Deutschtum] von heute in seinem offenen und stillen Wirken in dem großen Gemeinwesen und inmitten so vieler sicher hier zusammendrängender, mit einander ringender Völker-Elemente gerecht zu werden, betrachtet sie es als eine ihrer Hauptaufgaben, alles darauf bezügliche geschichtliche Material zu sammeln. Und des weiteren [Weiteren]: dies Material in einem vor Zerstörung sicheren und der Forschung zugänglichen Archive niederzulegen und für dessen beständige Aufrechterhaltung und Vervollständigung zu sorgen, so lange von einem deutschen Bevölkerung-Element in Illinois und im Nordwesten die Rede sein kann. &#13;
Wohl hoffen wir, der Tag werde nie erscheinen, wo das Deutschthum [Deutschtum] in Illinois und dem Nordwesten zu den gewesenen Dingen gehört. Aber wir können nicht in die Zukunft schauen. Und einerlei, ob dieser Tag kommt oder nicht, und ob das Archiv dazu dienen wird, späteren deutschen Einwanderern zu zeigen, was ihre Vorgänger hier gethan [getan] und geleistet, und sie zur Nachahmung anzuspornen, oder dazu, unter den Enkeln und Urenkeln der heutigen Deutschen das Andenken an ihre würdigen Vorfahren wachzuerhalten [wach zu erhalten] und geschichtlich unanfechtbares Zeugniß [Zeugnis] abzulegen von Denen, die hier den Grund zu all‘ der Größe der Zukunft fest gemauert haben, - in jedem Fall wird es seinen Zweck erfüllen.&#13;
Ein solches Archiv anzulegen, es in übersittlicher, der Forschung entgegenkommender Ordnung zu halten, es in einer der Größe und des Wohlstandes des Deutschthums [Deutschtums] würdigen Weise unterzubringen und auszustatten, - das geht über die Kräfte Einzelner oder auch Mehrerer. Dazu erscheint ein Mitthun [Mittun] des Deutschthums [Deutschtums] des ganzen Staates nothwendig [notwendig]. Und je nachdem dieses Mitthun [Mittun] gewährt oder vorenthalten wird, wird die Gesellschaft auch diesen zweiten, aber sehr wesentlichen Theil [Teil] ihre Aufgabe in mehr oder minder würdiger Weise zu erfüllen im Stande sein.&#13;
Aus dem Vorhergehenden geht hoffentlich zur Genüge hervor, daß [dass] die Deutsch-Amerikanische Historische Gesellschaft von Illinois keinerlei einseitige Zwecke verfolgt, und nicht im Interesse irgend einer Partei oder Clique, oder Richtung oder Lokalität in’s Leben gerufen ist, Sie verfolgt keine politischen, religiösen oder gar persönlichen Ziele, sondern ist allein von der hohen Aufgabe beseelt, dem Deutschthum [Deutschtum] von Illinois und seiner Kulturarbeit am Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein den Wechsel der Zeiten überdauerndes Denkmal zu setzen.&#13;
Die Gründung und Incorporirung [Inkorporierung] der Deutsch-Amerikanischen Historischen Gesellschaft von Illinois wurde am 2. März 1900 beschlossen, ihre eigentliche Arbeit begann mit der am 6. April erfolgten Annahme der Nebengesetze und Wahl der Beamten. Die ersten Monate waren nothwendiger [notwendiger] Weise der Beschaffung der zu Propaganda nöthigen [nötigen] Drucksachen und dieser selbst gewidmet. Sie wurde durch die heiße Jahreszeit und die Wahl unterbrochen. Seit der letzteren ist die Gesellscahft in erhöhte Thätigkeit [Tätigkeit] getreten. Als theilweises [teilweises] Ergebniß [Ergebnis] derselben bieten sich das vorliegende erste Heft der „Deutsch-Amerikanischen Geschichtsblätter“ und die darin enthaltenen Arbeiten da. &#13;
Chicago, im Dezember 1900.&#13;
Emil Mannhardt,&#13;
Sekretär.&#13;
&#13;
&#13;
Vergangenheit verstehen, doch nicht zurück ersehnen,&#13;
Die Gegenwart ersehn, doch nicht vollkommen wähnen,&#13;
Die Zukunft klug erspähn, und so sie vorbereiten –&#13;
So mag sich wohl ergehn [ergehen] dein Geist in allen Zeiten.&#13;
&#13;
Laßt [Lasst] uns loben die berühmten Männer und unsere Vorfahren in ihren Geschlechtern.&#13;
Eccl. l. 44, 1-2.&#13;
Die Erkenntniß [Erkenntnis] der weltgeschichtlichen Zusammenhänge kann nur aus dem Werdegang aller Völker geschöpft werden.&#13;
Helmolt&#13;
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                <text>&lt;span&gt;from the journal &lt;/span&gt;&lt;em&gt;Deutsch-Amerikanische Geschichtsblätter&lt;/em&gt;&lt;span&gt;, vol. 1.1 (1901), pp. 20-24&lt;/span&gt;</text>
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              <text>Der republikanische Präsidentschafts-Candidat [Präsidentschaftskandidat] James Gillespie Blaine wurde am 31. Januar 1830 in Washington County, Pennsylvanien geboren; er erhielt seine Ausbildung in einemdortigen [einem dortigen] „College“, wurde dann Lehrer für’s Rechnen in Kentucky, wo er eine junge Dame aus Maine kennenlernte, die er heirathete [heiratete] und die ihn überredete nach Maine überzusiedeln, wo er bald darauf Zeitungsredacteur [Zeitungsredakteur] wurde. Er befürwortete im Kennebec Journal und Portland Daily Advertiser entschieden die PROHIBITION und als er später ins Abgeordnetenhaus seines Staates gewählt wurde, war er einer der thätigsten [tätigsten] Temperenz- und Prohibitions-Befürworter. 1862 wurde er ins National-Abgeordnetenhaus gewählt, in dem er drei aufeinanderfolgende Termine [Legislaturperioden] Sprecher war, welche Stellung er benutzte, um sich zu bereichern auf Kosten des Volkes. 1876 wurde er zum Senator ernannt durch den Gouverneur des Staates Maine. Als Garfield Präsident wurde, gab er seine Stellung als Senator auf, um als Staatsminister in das Cabinet [Kabinett] Garfield’s zu treten, aus welcher Stellung er jedoch durch Präsidenten [Präsident] Arthur entlassen wurde. Um die Präsidentschafts-Candidatur [Kandidatur] bewarb sich Blaine dreimal. Zum ersten Male in 1876, dann in 1880 und dieses Jahr. Candidat [Kandidat] für die Präsidentschaft ist er nun wohl, aber Präsident der Ver. Staaten wird er nicht, da seine Verbindungen mit allen Monopolen eine zu bekannte ist. Außerdem hat er sich durch seine corrupten [korrupten] Handlungen im National-Abgeordneten Hause wie im Ver. Staaten Senat berüchtigt gemacht.&#13;
&#13;
[...]&#13;
&#13;
Blaine nannte in einer seiner Reden die deutschen „Hessians“, was nach amerikanischer Auslegung so viel bedeutet als: Miethling [Mietling], oder für Geld feil sein. Es wird das Wort „Hessian“ vom Amerikaner als Schimpfwort gegen die Deutschen gebraucht, und wenn er einen käuflichen und bestechlichen Menschen bezeichnen will. Daß [Dass] der Amerikaner das Wort „Hessian“ in diesem Sinne gebraucht, stammt aus dem amerikanischen Freiheitskriege. Die Geschichte ist folgende. Der damalige Landgraf von Hessen, ein geiziges und geldgieriges Subjekt, schloß [schloss] mit der britischen Regierung einen Vertrag ab, vermöge dessen er genannter Regierung Hülfstruppen [Hilfstruppen] lieferte zur Bekämpfung der Amerikaner, und erhielt er für jeden gelieferten Mann die Summe von $20. Nun preßte [presste] er in seinem Lande soviel Männer, als er nur konnte, welche nach England, und von dort nach Amerika gesandt wurden, wo man sie zwang gegen die junge Republik zu kämpfen. Die Amerikaner haßten [hassten] diese hessischen Hülfstruppen [Hilfstruppen], weil sie dieselben fürchteten, denn die Hessen waren tapfere Soldaten. Man verläumdete [verleumdete] sie, indem man ihnen nachsagte, sie hätten die Amerikaner gebrandschatzt, sowie sie im Marodiren [marodieren] Meister gewesen. Dies ist, wie gesagt, eine Verläumdung [Verleumdung]. Viele Hessen gingen zu den Amerikanern über und kämpften in deren Reihen, zur Erringung deren Freiheit. Nur niedrig denkende und handelnde Menschen wie Blaine, können es den armen Hessen übel nehmen, daß [dass] sie gegen die Amerikaner fochten, denn sie waren gezwungen, und noch abscheulicher ist es, wenn das Wort in genanntem Sinne auf ein ganzes Volk angewandt wird. Deutsche, seid ihr Miethlinge [Mietlinge]? Seid ihr für Geld feil? &#13;
__________________&#13;
&#13;
Zum demokratischen National-Convent [Konvent] sendet der Staat New York eine solide Cleveland Delegation. Die drei demokratischen Parteigruppen, nämlich Tammany Hall, County Demokratie u. Irving Hall vereinigten sich auf diesen ausgezeichneten Mann und wird mithin auch wahrscheinlich demokratischer Präsidentschafts Candidat [Kandidat] werden.&#13;
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              <text>The Republican presidential candidate James Gillespie Blaine was born on January 31, 1830, in Washington County, Pennsylvania. He received his education in a college there and became a teacher for mathematics in Kentucky, where he met a young woman from Maine, whom he married and who persuaded him to move to Maine, where he soon became a newspaper editor. In the Kennebec Journal and the Portland Daily Adviser he supported PROHIBITION and when he got elected into the House of Representatives of his state, he was one of the most active supporters for the temperance and prohibition movements. He got elected into the national House of Representatives in 1862 where he was Speaker for three consecutive terms and used this position to enrich himself at the expense of the people. He was nominated senator by the governor of the state of Maine. When Garfield became president, he quit his position as senator to serve as minister of state in Garfield’s cabinet, but he was fired under President Arthur. Blaine applied for the position of presidential candidate three times. For the first time in 1876, then in 1880 and this year. Now he is a candidate for the presidency but he will not be president of the United States because his connections to all monopolies are too obvious. In addition, he became notorious because of his corrupt actions in the national House of Representatives. &#13;
Short News &#13;
The accounting agent Isaak A. Stanley of the National Bank of Commerce was arrested in Cleveland, Ohio for the embezzlement of $100,000. – The Cumberland Valley in Pennsylvania was afflicted by torrential rain. Several trains nearly crashed. Huge damage was inflicted to crops, houses, fences etc. – Near Madrid, Spain, a railway tunnel under construction collapsed and killed 12 workers. – The morganatic marriage of the Grand Duke of Hesse-Darmstadt with Miss von Kolemin was invalidated. Miss von Kolemin gets 25,000£ as compensation and 1,000£ per annum. – The Egyptian soldiers are so cowardly that the English sergeants who serve in the Egyptian army resigned their positions. – There might be a violation of the peace between France and England because of Egypt. – In Monaco, the notorious bathing place, where every year millions of dollars are lost and won at gambling, already 32 people committed suicide because they lost their whole fortunes. – At Lynchburg, VA, a black boy shot another boy. The citizens took the shooter [Schießbold?] out of prison and hung him. – The weatherman Venner died last week at the age of 44. Whoever believes that we are without any weather now is wrong because the weatherman Wiggins now has the monopoly to make the weather. – Logan visited his comrade Blaine in Augusta.&#13;
______________&#13;
Blaine called the Germans in one of his speeches “Hessians”, which in the American interpretation means something like “hireling” or to be buyable with money. The word “Hessians” is used as a swearword by Americans against the Germans and when they want to designate a venal or corrupt person. That the American uses the word “Hessian” in this way dates back to the Revolutionary War. The story is the following. The former landgrave of Hesse, a stingy and mercenary character, made a contract with the British government stipulating that he would deliver auxiliaries to fight the Americans and that he would get $20 for every delivered man. He pressed as many men as he could, sent them to England and from there to America, where they were forced to fight against the young republic. Americans hated those Hessian auxiliaries because they were afraid of them as the Hessians were brave soldiers. They were slandered by saying that they pillaged the Americans and that they had been masters at marauding. This is, as said before, a slander. Many Hessians went over to the Americans and fought in their ranks to achieve their freedom for them. Only low-minded and low-acting people like Blaine would blame the poor Hessians for fighting against the Americans because they were forced to do so, and it is even more horrible when the word is used in this sense against a whole nation. Germans, are you hirelings? Are you to be had for money? &#13;
_____________&#13;
The state New York is sending a solid Cleveland delegation to the democratic national convention. The three party groups, namely Tammann Hall, County Democracy, and Irving Hall blend into this excellent man and will most likely be the democratic presidential candidate. </text>
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              <text>Warum wir das Frauenstimmrecht bekämpfen.&#13;
&#13;
Bis der Beweis erbracht wird, daß die Männer des Staates nicht im Stande sind die Regierungs-Angelegenheiten selber zu regeln, oder bis erwiesen ist, daß durch das Zuthun der Frauen die politischen Zustände sich bedeutend verbessern lassen, sollte man der Frau das Stimmrecht verweigern und sie nicht dazu zwingen:&#13;
1.	Eine Kopfsteuer zu zahlen gleichviel ob sie sich als Wählerin bethätigt oder nicht.&#13;
2.	Sie nicht zwingend die Verpflichtung zu übernehmen als Geschworene, Constable&#13;
u.s.w. zu dienen.&#13;
3.	Sie nicht zwingen sich den Widerwärtigkeiten politischen Haders und bitterer Wahlkämpfe auszusetzen.&#13;
4.	Sie nicht zwingen zur Gefahr beizutragen, daß sich Irrsinnsfälle in ihren Reihen um 25 Prozent vermehren, was nach Ansicht des berühmten Nerven-Spezialisten Dr. Chas. Dana, aus New York, zu erwarten steht.&#13;
5.	Sie nicht zwingen sich dem Studium der politischen Tagesfragen und Verhältnisse sowie der Prüfung der Befähigung der Kandidaten für öffentliche Aemter eingehend zu befassen, um intelligent stimmen zu können; um sich die dazu nöthige Information zu verschaffen, muß die Frau ihre tägliche Arbeit beiseite legen oder gar oft geradezu vernachlässigen, während der Mann dieselbe bei der täglichen Ausübung seines Berufes und im Umgang mit seinen Mitbürgern gewöhnlich ohne besondere Mühe nebenher erlangt.&#13;
6.	Sie nicht zwingen ihre gegenwärtige mächtige Stellung als Unparteiische zur Erlangung von Reformen einzubüßen. Sie ist jetzt in der Lage Männer aller Parteien zu beeinflussen, als Stimmgeberin hingegen würde sie der demokratischen, republikanischen, progressiven, sozialistischen oder Prohibitionspartei angehören und ihr Einfluß sich fast ganz und gar auf ihre eigenen Parteigenossen beschränken&#13;
7.	Sie nicht zwingen Vorrechte und Ausnahme-Privilegien aufzugeben die ihr heute nach Gesetz zustehen. In Staaten wo nur Männer stimmberechtigt sind, ist die Frau zu einem Drittel des Nachlasses ihres Gatten berechtigt und nicht für den Unterhalt der Familie verantwortlich; ferner ist sie gesetzlich nicht für die Schulden ihres Mannes haftbar, kann nicht für Verlassen gerichtlich zur Rückkehr gezwungen und nicht auf Zahlung von Alimenten verklagt werden. In Californien z.B., wo Frauen das Stimmrecht besitzen, ist das Gegentheil der Fall, - gewiß ein hoher Preis, den dortige Frauen für das Privileg des Wählens zu entrichten haben.&#13;
8.	Sie nicht zwingen, neben der eigenen besonderen Pflichten im Heim sowie der Familie, Kirche und der Wohlthätigkeitspflege gegenüber noch die der Sorge um die Regierung zu übernehmen, welche der Mann besser für sie erfüllt als dies erwiesenermaßen in Frauenstimmrechts-Staaten mit ihrer Beihilfe geschieht.&#13;
9.	Sie nicht zwingen entweder mit den Männern ihrer Familie zu stimmen und auf diese Weise lediglich das Resultat an Stimmenzahl zu verdoppeln, oder ihre Stimme gegen dieselben abzugeben auf die Gefahr hin Unfrieden im eigenen Heim zu stiften.&#13;
10.	Sie nicht in die Lage versetzen wider Willen unnöthige Erhöhung der Wahl-Unkosten herbeizuführen die gleichbedeutend ist mit erhöhter Steuerlast.&#13;
 &#13;
11.	Sie nicht zwingend in das gesellschaftliche Leben die Zwistigkeiten und gehässigen Auseinandersetzungen der Partei-Politik hineinzuzerren.&#13;
12.	Sie nicht zwingen für das christliche Ideal der zarten Weiblichkeit, welche ihre höchste und heiligste Aufgabe in der Sorge um das traute Heim und das Familienglück erblickt, die bewegte doch oft traurige Existenz der politischen Streberin einzutauschen.&#13;
13.	Und endlich sollte man den Frauen im Allgemeinen all diese Dinge nicht aufbürden wollen nur weil eine kleine Minderzahl derselben, die „unruhigen Geister“ unter ihnen, sich das Stimmrecht erwünscht und Lust verspürt sich in das vermeintlich anregende, - wohl stets aufregende aber auch oft Ekel erregende, - politische Getriebe der Jetzt-Zeit zu stürzen.&#13;
Wenn es unseren Müttern nicht gelungen ist ihre Söhne derart zu erziehen daß sie richtig zu stimmen verstehen, ist da wohl die Annahme eine berechtigte zu nennen, daß sie mit der Erziehung ihrer Töchter nach dieser Richtung bessere Resultate erzielten?&#13;
Keineswegs! Demnach: „Wenn“, wie sich da neulich eine mit Arbeiten überhäufte Hausfrau ausdrückte, „es da eine kleine Sache giebt, welche die Männer selber, also ganz ohne uns, erledigen können, um des Himmels willen laßt sie dies doch thun.“ Den Frauen Iowa’s das Stimmrecht aufzuhalsen, hieße für sie Zeitverschwendung, Schwächung ihrer Kräfte, ihres Einflusses, ihrer Stellung und Privilegien, während man doch ihrer selbst willen und im Interessen des Gemeinwohls Alles daransetzen sollte um ihnen den weitgehendsten Gebrauch ihrer gesegneten Naturgaben zu ermöglichen und ihnen ihre wertvollen Errungenschaften ungeschmälert zu erhalten. Aus diesem Grunde und weil wir wissen, daß in seinem Staate wo nebst Männern auch die Frauen das Stimmrecht genießen, eine Aenderung zum Besseren, weder im politischen noch im sozialen Leben, zu verzeichnen ist, und namentlich noch weil die Frauenstimmrechtlerinnen aus naheliegenden Gründen mit aller Macht sich dagegen sträuben, diese Stimmrechtsfrage den Frauen selber zu Entscheidung durch Stimmzettel vorzulegen, halten wir es für eine patriotische Pflicht mit allen uns zu Gebote stehenden Kräften der Annahme des vorgeschlagenen Grundgesetzes zu opponieren.&#13;
Männer von Iowa! Ihr habt die Entscheidung zu fällen! Thut Eure Pflicht bei der kommenden Primärwahl, am 5. Juni.&#13;
Stimmt gegen das Frauenstimmrecht.&#13;
&#13;
[transcribed by Cassandra Bertolini]&#13;
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              <text>Why We Are Opposed to Woman Suffrage.&#13;
&#13;
Until it is proven that the men of our state are not able to handle government affairs on their own, or that with the help of women the political conditions can be significantly improved, one should deny women the right to vote and not allow them to do the following:&#13;
&#13;
1.	To pay a poll tax, whether they vote or not.&#13;
2.	Not allow them to assume the obligation to serve as jurors, constables, etc.&#13;
3.	Not allow them to expose themselves to the unpleasantness of political strife and bitter election campaigns.&#13;
4.	Not allow them to contribute to the danger of an increased insanity rate. According to Dr. Chas. Dana, a famous neuro-specialist from New York, female cases of insanity are expected to go up by 25 percent.&#13;
5.	Not allow them to devote themselves to the study of political issues and the daily news and to check whether the candidates applying for public office are suitable, in order to vote intelligently; To obtain the necessary information, women must put their daily work aside or often even neglect it, whereas men usually do so without having to make an additional effort, while exerting their daily work and interacting with fellow citizens.&#13;
6.	Not allow them to lose their current powerful position as impartial persons to push forward reforms. They are now in a position to influence men of all parties, as voters, however, they would belong to the Democratic, Republican, Progressive, Socialist or the Prohibition Party and their influence would be confined almost completely to their own party members.&#13;
7.	Not allow them to forgo prerogatives and exceptional privileges which they are now entitled to by law. In states where only men are allowed to vote, women are eligible to a third of their husbands’ estates and are not responsible for earning the financial means of the family; furthermore they cannot be held liable for their husbands’ debts, cannot be allowed by law to return after leaving their husbands and cannot be sued for paying alimony. In California, for example, where women can vote, the opposite is the case, - indeed a high price to pay by women for the privilege to vote.&#13;
8.	Not allow them to assume, on top of their duties in the household, the family, church and their charity work, care for the government, which men evidently can fulfil better than is the case with the support of women in stets with women’s suffrage.&#13;
9.	Not allow them either to vote along with the men of their families, thus just duplicating the number of votes, or to vote against them and risk causing conflicts in their own homes.&#13;
10.	Not put them in a position to cause an unnecessary increase of election costs which equals a higher tax load.&#13;
11.	Not allow them to disrupt their social life with the discords and unpleasant conflicts of party politics.&#13;
12.	Not allow them to exchange the Christian ideal of gentle femininity, whose greatest and holiest duty is to take care of the home and domestic happiness, for the turbulent and often sad existence of a politically active person.&#13;
13.	And finally, one should not want to burden women with all these things in general, only because a minority of them, the “restless spirits” among them, wish to gain suffrage and feel the urge to throw themselves into today’s political life - allegedly exhilarating, - probably always exciting, but also often disgusting.&#13;
 &#13;
If our mothers were not able to educate their sons in a way, enables them to vote right, can the assumption be justified that hey achieved better results when educating their daughters to this end?&#13;
&#13;
By no means! Therefore: “If”, like a housewife drowning in work recently said, “there is one little thing that men can do by themselves, completely without our help, for God’s sake let them do it.”&#13;
&#13;
To lumber the women of Iowa with suffrage means a waste of time for them, a weakening of their strength, of their influence, of their position and their privileges, whereas one should do everything to enable them, for their own sake and in the interest of public welfare, to make use of their blessed natural gifts and fully preserve their precious achievements. Because of that and because we know that in states where besides men women also enjoy suffrage, there is no change for the better neither in political nor in social life and because namely the suffragettes for obvious reasons refuse with all their power to let the women decide on the question of suffrage, we think it is a patriotic duty to oppose the acceptance of the suggested amendment to the constitution with all our strength.&#13;
&#13;
Men of Iowa! You have to decide! Do your duty at the next primary election, on June 5th.&#13;
&#13;
Vote against women's suffrage.&#13;
&#13;
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              <text>&lt;div style="text-align:center;"&gt;&lt;strong&gt;Ein Aufruf für Männer&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;
Die Frauen von Iowa, welche gegen das Frauenstimmrecht sind, kämpfen für die große Majorität ihres Geschlechtes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie wollen nicht, daß die Männer von Iowa ihnen das Stimmrecht aufzwingen sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie wollen nicht den Zank, die Bitterkeit, und die Notarität, welche unzertrennlich sind von einem politischen Kampfe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie haben Vertrauen zu der Loyalität von ihren Männern, Vätern und Söhnen, und sie leiden nicht unter deren Herrschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines der größten Frauenrechte ist frei zu sein von den Regierungssorgen und dem Hader der Politik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie haben jetzt das Recht. Warum soll es von ihnen weggenommen werden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwingt ihnen nicht etwas auf, von welchem nicht Gutes kommen kann; aber von welchem viel Uebels kommen mag, nicht nur für die Frauen selber, sondern für den Staat und alle die in demselben wohnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fragt nicht, daß die Frauen die Sphäre verlassen sollen für die sie von der Natur bestimmt sind – eine Spähre die vom Mann nicht gefüllt werden kann – um im Bereich der Männer zu treten, ein Bereich für welchen sie physisch nicht geschaffen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwingt nicht die Mutter, Frau, Schwester und Tochter in die Politik. Zwingt nicht die Männerschaften auf Frauenschultern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Männer von Iowa, wir appelliren an Euch die Frauen von Iowa in dieser Krisis nicht zu verlassen, daß Ihr zu den Stimmhaften am 5 Juni geht und „Nein“ stimmt in der Frauenstimmrechtfrage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frauen die kein Stimmrecht fordern.</text>
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              <text>&lt;div style="text-align:center;"&gt;&lt;strong&gt;An Appeal to Men&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;The women of Iowa who are against women’s suffrage are fighting for the majority of their gender.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;They do not want the men of Iowa to force suffrage upon them.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;They do not want the strife, bitterness, and notoriety that are inseparable from political battles.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;They have trust in the loyalty of their husbands, fathers and sons, and they do not suffer under their reign.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;One of the biggest women’s rights is to be free from the worries and quarrels of politics.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Currently, they have that right. Why should it be taken from them?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Do not force something upon them from which no good can come. Indeed, much bad can come from it, not only for women, but also for the state and all who live in it.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Do not ask that women should leave the sphere which nature determines for them – a sphere that cannot be filled by men – to step into the realm of men, a realm which is physically not made for them.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Do not force the mother, wife, sister and daughter into politics. Do not force them to shoulder the burdens of men. Men of Iowa, we appeal to you, do not leave the women of Iowa alone in this crisis. Join other eligible voters on June 5th and cast a “No” vote for women's suffrage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The Women Who Do Not Want Suffrage</text>
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              <text>Correspondenz. [Korrespondenz] [Fortsetzung.]&#13;
&#13;
Ehe ich zu weiteren Details übergehe, will ich auch eine kurze Bemerkung machen, welche unsern Jos. Mihlenbauer zeigen soll, wie genau man hier unterrichtet ist. Obwohl von all dem nichts in seinem Berichte steht, so kommt es doch von ihm. Er behauptet, daß[ss] kürzlich eine Excursion [Exkursion] hier gewesen und total entmuthigt [entmutigt] wieder abgefahren sei. Dem ist nicht so. Die Leute kamen, sahen und gingen nach Midland, 20 Meilen von hier, wo nur ein „sage ein Haus“ steht (Section Haus). Dort soll eine Stadt gegründet werden. „Man bezahlt dort Lotten [Lots, Grundstücke] mit $350. Die Leute waren arm doch nicht so entmuthigt [entmutigt] – oder Alle miteinander Narren [.] Nun lieber Jos. M. wie stimmt das? Auf Gegenantwort bin ich gepannt.! Daß[ss] Marienfeld eine sichere Zukunft hat, steht felsenfest. Die Stadt wächst stetig und kostet ein Bauplatz bereits $50. Die Stadt wäre schon bedeutend größer, aber nur deutsche Katholiken können Aufnahme finden. Leute, welche mit der oben erwähnten Excursion [Exkursion] kamen, boten P. Prior $500 für einen Bauplatz, aber er gab ihn nicht. Wir wollen keine fremden Elemente hier, die Colonie [Kolonie] ist einig einer hilft den andern und dies harmonische Band wäre zerrissen, wenn anders Gläubige hierher kämen. Bereits hat Marienfeld Apotheke, Post, Telegraph, Kleider- Schuh- Eisen- und Grocerie-Store, ein Saloon und Restaurant sind im Bau begriffen und andere Geschäfte werden bald folgen. In kurzer Zeit wird eine Dampfmahlmühle hier errichtet. Kirche und Schule sind bereits zu klein und werden neue gebaut. Letztere soll von Schwestern geleitet werden. Im Herbst wird Marienfeld wohl County Sitz, ein Priester Seminar wird eröffnet und von einem Arzte aus dem Osten eine Heilanstalt für Lungenkranke gegründet. Alles dies wird noch vor Winter in Erfüllung gehen. Die Stadt macht mit ihren netten „Häusern“ einen angenehmen Eindruck. Alle Straßen sind schon ausgelegt und füllen sich ziemlich rasch mit Anwohnern. Zwei Jahre sind es her, daß[ss] an der Stelle, wo Marienfeld steht, noch die Erde erdrönte [erdröhnte] unter den Hufen wilder Pferde oder wilder Büffel, heute ist eine deutsche Kolonie dort voll glücklicher und hoffnungsreicher Deutschen. Von je her haben die Klöster in der Kultur und Wissenschaft Großes geleistet, auch wir, die wir in Marienfeld sind, haben unsere neue Heimath [Heimat] dem Segen Gottes bei unserm Unternehmen und dessen schöne Erfolge einem Kloster (den Karmelitern) zu verdanken. Schon das Emporblühen der Stadt ist ein klarer Beweis, daß[ss] die Farmer hier Sachen ziehen, denn wo die Farmer verhungern, wie unser Jos. Mihlenbauer sagt, da kann keine Stadt stehen, da sie ja grade von den Farmern hauptsächlich lebt.&#13;
Ueber [Über] das Wachsthum [Wachstum] habe ich bereits weiter oben gesprochen, und will jetzt noch des Bodens und der wirklich bestehenden Uebelstände hier in Marienfeld gedenken!&#13;
[Schluß[ss] folgt.]&#13;
&#13;
 &#13;
&#13;
Da schreien die prohiblikanischen Organe immer über Schandthaten [Schandtaten] im Süden, nun aber höre man, was durch die Bevölkerung von Upton, Iowa, vorige Woche verübt wurde, und was der in Burlington, Ia. erscheinenden „Hawk Eye“ von dort mitgetheilt [mitgeteilt] wird:&#13;
„Zu Upton, indem an Missouri grenzenden County Van Buren, hielt ein Deutscher seit längerer Zeit einen Saloon. Im Angesichte des 4ten Juli, mit seinem Prohibitionsgesetze, erachtete er es indeß[ss] für rathsamer [ratsamer] nach dem missourischen Upton in Scotland County überzusiedeln. Hier errichtete er eine neue Wirthschaft [Wirtschaft] und versicherte Jeden [jedem], der es hören wollte, daß[ss] er nicht von der Stelle weichen, sondern von derselben aus auch seine alte Kunden bedienen werde. &#13;
Dies scheint die Prohibitionisten von Van Buren County wüthend [wütend] gemacht zu haben. Die rotteten sich zusammen, zogen in Begleitung zahlreicher Weiber über die Staatsgrenze und demolirten [demolierten] die ihnen verhaßte [verhasste] Wirthschaft [Wirtschaft]. Als die Utensilien herausgerissen waren und der Inhaber sich geflüchtet hatte, wurde das halbleere Gebäude angesteckt.“&#13;
Das ist ja recht schön! Muss da nicht jeder Bürger von Iowa erröthen [erröten] ob solcher Schandthat [Schandtat]? Aber nein, die Prohibitionisten haben längst alle Scham verloren! Wir sollte doch denken, daß[ss] jeder Wirth [Wirt] das Recht hat seinen Saluhn [Saloon] offen zu halten. Muß[ss] übrigens eine nette Gegend sein, das Van Buren County. Man kann übrigens sehen wie die Prohibitionisten es machen, wo immer sie die Mehrheit haben. Ferner ersieht man daraus, daß[ss] sie eine Horde Barbaren sind gleich den mordbrennerischen Apachen, Indianern, Avaren, auf Zivilisation also gar keinen Anspruch machen können.&#13;
&#13;
&#13;
Die republikanischen Zeitungen zeigen, wenn von Whiskey die Rede ist, immer auf die demokratische Partei, und stellen sie als die Whiskey Partei hin. Sonderbar! Die Statistischen Berichte weisen nach, daß[ss] gerade in den strammsten republikanischen Staaten der meiste Whisky „gesoffen“ wird.&#13;
&#13;
&#13;
&#13;
Vice-Gouverneur Manning wird im 9. congressionellen Distrikt von Iowa als Candidat [Kandidat] für das National-Abgeordnetenhaus vorgeschlagen. Weßhalb [Weshalb] ist er denn nicht im 11. Distrikt geblieben? Oder war ihm etwa ein wenig bange geworden vor Carroll Co. u. seinem (Maning’s) „Record“? In Carroll Co. wo er ja seit Jahren wohnte und allgemein bekannt ist, kann er nicht einmal das Votum seiner eigenen Partei auf sich vereinigen.&#13;
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              <text>Correspondence.&#13;
[Continued]&#13;
&#13;
Before I go into more detail, I want to make a short comment for Jos. Mihlenbauer, which is to show how well one is informed here. Even though there is nothing about this in his reports, it is from him. He claims that there was an excursion here recently, but they left totally demoralized. That is not true. The people came, looked and went to Midland, 20 miles from here where just one single section house is standing. There, a city is to be founded. ‘You pay $350 for lots there. The people were poor, but not so discouraged – or all fools. Well, how is that, Jos. M.? I am curious about your answer. Marienfeld’s future is rock-solid. The city is growing consistently and a building site costs $50 already. The city would be considerably larger, but only German Catholics can live there. People, who came with the before mentioned excursion, offered P. Prior $500 for a single building site, but he did not. We do not want any strangers here, the colony is united, and each one helps the other und this harmonious bond would be disrupted if people of another faith were to live here. Marienfeld already has a pharmacy, a post office, a telegraph, a clothes, a shoe, a hardware and a grocery store, a saloon and a restaurant are under construction and other shops will soon follow. In a short time, a steam grinding mill will be constructed. The church and the school are too small already and are being rebuilt. The latter is to be directed by nuns. In the fall, Marienfeld will probably become county seat, a seminary for priests will be opened and a hospital for lung diseases will be opened as well by a doctor from the east. Everything will come true before this winter. The city makes a pleasant impression with its nice ‚houses‘. All streets are already laid out and fill up quite quickly with inhabitants. Two years ago when the earth where Marienfeld is standing now was still drumming with the hoofs of wild horses or wild buffaloes; a German colony is there today, full of happy and hopeful Germans. For a long time, monasteries have accomplished great things in culture and science, and we as well who live in Marienfeld owe our new home and God’s blessing for our enterprise and its successes to a monastery (the Carmelites). The flourishing of the town is a clear proof that the farmers grow things here, for where the farmers are starving, as our Jos. Mihlenbauer pretends, there can be no city because it lives mainly from the farmers living. &#13;
I have already spoken about the development before, and now I want to commemorate the soil and the really existing problems here in Marienfeld. &#13;
[Conclusion will follow.]&#13;
&#13;
&#13;
The prohiblican organs are always screaming about crimes in the south, but now you hear what the community members of Upton, Iowa did last week and what the “Hawk Eye”, appearing in Burlington, Ia., is reporting:&#13;
‘In Upton, which is adjoining to the county Van Buren in Missouri, a German had been running a saloon for a long time. In view of July 4th, with its Prohibition Act, he thought it advisable to move to Upton in Scotland County, Missouri. He built a new saloon and promised everyone who wanted to hear it that he would not surrender and would serve his old customers from his new saloon. This seemed to make the prohibitionists of Van Buren County angry. They gathered together, accompanied by many hags they moved across the state border and demolished the hated saloon. As soon as all implements had been torn out and the owner had escaped, the half-empty building was set on fire.’&#13;
That is very nice! Must not every citizen of Iowa blush because of a crime like this? Hell no, every prohibitionists have long since lost their sense of shame. We should remind ourselves that every landlord has the right to keep his saloon open. It must be a nice area, this Van Buren County. You can see the way the prohibitionists are doing it, wherever they have the majority. Furthermore, you can see that they are a horde of barbarians like the murderous Apaches, Indians and Avars; so they cannot make any claim to civilization. &#13;
&#13;
The Republican newspapers always point to the Democratic Party whenever whiskey is the topic and set it up as the whiskey party. Strange! Statistical reports show that especially in the Republican states most whiskey is being consumed. &#13;
Governor Manning is suggested as a candidate for the national House of Representatives in the 9th Congressional District of Iowa. Why did he not stay in the 11th district? Or was he a bit afraid of Carroll Co. and its (Manning’s) “Record”?. In Carroll Co., where he has been living for years and is well known, he cannot even collate the votes of his own party.&#13;
&#13;
[no translation of final paragraph of the original]&#13;
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              <text>Carroll und Umgegend&#13;
____________&#13;
&#13;
- Man hüte sich am nächsten Dienstag vor Taschendieben.&#13;
&#13;
- Sonntag gingen die Kinder der hiesigen katholischen Gemeinde zur ersten hl. Communion [Kommunion].&#13;
&#13;
- Heute tritt das Prohibitions-Gesetz in Kraft. Durst wird indessen wohl Niemand leiden.&#13;
&#13;
- August Böhme wird als Meister der Schönschreibekunst angesehen und ist es auch thatsächlich [tatsächlich].&#13;
&#13;
- Der Buttermacher von Mt. Carmel, Herr Miller, reiste am Dienstag in seine Heimath [Heimat] in Illinois ab.&#13;
&#13;
- Herr P. M. Guthrie, Delegat für die demokratische National-Convention [Konvention], begibt sich am Sonntag nach Chicago.&#13;
&#13;
- Frau Jacob Berger aus Waterloo hielt sich mehrere Wochen in der Familie des Herrn Peter Berger besuchsweise auf. &#13;
&#13;
- Und bei „die Hitze“ soll man kein kühlendes, erquickendes und labendes Bier mehr trinken! Es ist zum Haare ausraufen! &#13;
&#13;
- Unser Carroll Musikcorps begab sich am Dienstag Morgen nach Danbury, um bei der dortigen Ackerbau-Ausstellung aufzuspielen.&#13;
&#13;
- Die Mutter von John Loebl dahier kam letzte Woche von Milwaukee hier an, um sich bleibend bei ihrem Sohne aufzuhalten. &#13;
&#13;
- Viele Carroll County Demokraten werden sich nach Chicago begeben, um der demokratischen National-Convention [Konvention] beizuwohnen.&#13;
&#13;
- Der Reinertrag des katholischen Picnic’s am Dienstag voriger Woche ist $302. Das Geld wird zum Besten der Schule verwendet. &#13;
&#13;
- Herr Loch von Breda war am letzten Samstag in der Stadt um Tickets für eine am 8. Juli auszuloosende [auszulosende] Jagdflinte zu verkaufen.&#13;
&#13;
- Bei Henry Dopheide jr. In Roselle Tp., fand am Samstag die Einweihung des neuen Hauses statt, bei der es sehr gemüthlich [gemütlich] herging.&#13;
&#13;
- Am Sonntag wurde in Mt. Carmel das –jährige Söhnchen von H. Billerbeck begraben. Es war an Cholera-Infantum gestorben. Bedauern! &#13;
&#13;
- Die am Dienstag abgehaltene Abstimmung, ob Carroll Wasserwerke im Werthe [Werte] von $10,000 erhalten solle, wurde mit einer Mehrheit von 45 Stimmen durchgesetzt.&#13;
&#13;
- Sonntag starb zu Mt. Carmel das einzige Söhnchen des Herrn F. W. Krause an Cholera-Infantum. Das Begräbnis fand am Montag statt. Wir condoliren [kondolieren]!&#13;
&#13;
- Die Eiscream- und Erdbeerenpartie der Damen der Episcopalen Gemeinde am letzten Freitag in Stanton’s Garten dahier, war wohl besucht und ergab einen Reinertrag von $15.&#13;
&#13;
- Gegen schmutzige, niederträchtige und schleichende Angeber der Prohiblikaner hilft nur ein Mittel, nämlich: „Stäupen,“ damit sie genug bekommen von ihrer eigenen Medizin.&#13;
&#13;
- Samstag Morgen wurde die Familie von Frank Pape, 4 Meilen nördlich der Stadt wohnhaft, durch die Ankunft eines tüchtigen Knaben erfreut. Mutter und Kind wohl. Wünschen Glück!&#13;
&#13;
- Vorige Woche Dienstag wurden in Hillsdale für’s Leben verbunden Ludwig Hitzlsperger und Elisabeth Weiners. Beide aus Pleasant Valley Township. Wünschen dem jungen Paare Glück und Segen auf ihrem Lebenswege. &#13;
&#13;
- Gerh. Brüggemann von Mt. Carmel besuchte uns diese Woche und klagte, daß [dass] er bald nicht mehr athmen [atmen] könne. Dies wird nach dem Vierten jedenfalls besser werden. Denn wie es uns vorkommt, leidet er jetzt etwas an der Fettsucht.&#13;
&#13;
- Der erste Angeber wird untergetunkt oder muß [muss] baumeln. Ein freies Volk braucht keine Spione und Angeber. Die Republikaner haben das Prohibitionsgesetz gemacht, und es ist ihre Sache, es auch durchzuführen, wenn sie können.&#13;
&#13;
- Vorige Woche Donnerstag Abend kamen zwei lange Züge mit Emigranten durch Carroll auf ihrem Wege westwärts. Es waren meisten Norweger, &#13;
Schweden und Dänen. Doch befanden sich auch Engländer darunter.&#13;
&#13;
- Ehe die nächste Nummer des „Demokrat“ herauskommt, wird die demokratische Convention [Konvention] in Chicago entschieden haben, wer die demokratischen Bannerträger in diesem Präsidentenwahlkampf sind. Hoffentlich wird Gouverneur Cleveland von New York als Präsidentschaftscandidat [-kandidat] aufgestellt werden.&#13;
&#13;
- Aus Uebersehen [Übersehen] wurde letzte Woche Herr Peter Berger nicht genannt, als einer jener Leute, welche sich so verdient gemacht hatten bei dem katholischen Picnic. Ebenso wurde Frl. Mary Knieplen, Schwägerinn [Schwägerin] des Hrn. Chas. Ludwig, von der populären Firma Gebrüder Ludwig, vergessen, und bitten wir deshalb um Entschuldigung.&#13;
&#13;
- Die Firma Kohn &amp; Adler in Rock Island, Ill., ersucht uns unsere Leser davon zu benachrichtigen, daß [dass] die Jenen, welche ihr ihre Namen und Addressen [Adressen] einsenden, eine vollständige Copie [Kopie] der Iowa Prohibitions-Gesetze nebst sonstigen interessanten Notizen zuschicken wird. Die Firma Kohn &amp; Adler ist ein Großhandlungshaus in Spirituosen.&#13;
&#13;
- Sprachen wir da vor einigen Tagen mit mehreren Republikaner über den Prohibitionisten und den Knownothing Blaine. Einer dieser Republikaner meinte dann, daß [dass] verschiedene hochgestellte Demokraten in Carroll gesagt hätten, sie würden für Blaine stimmen. Auf unsere Frage, wer dann diese hochgestellten Demokraten seien, konnten sie natürlich keine Antwort geben, da dies nur eine Aussage war, um Leichtgläubige zu fangen.&#13;
&#13;
- John W. Guthrie, Sohn von P. M. Guthrie, kehrte von Notre Dame in Indiana zurück, um sich während der zweimonatlichen Freien [Ferien] von seinen anstrengenden Studien zu erholen. Er befleißigte sich insbesondere die deutsche Sprache gründlich zu erlernen. Wie gewöhnlich, erhielt er auch in diesem Jahre mehrere Preise als Auszeichnung für die besten Studien.&#13;
&#13;
- Ein Feuer zerstörte in der Sonntag Nacht das Storegebäude und den Waarenvorrath [Warenvorrat] von Gebrüder Swender in Maple River Junction. Das Feuer wurde um etwa 1 Uhr Nachts entdeckt. Die Eigenthümer [Eigentümer] waren zur Zeit, als das Feuer stattfand, in Carroll und hatten keine Ahnung, daß [dass] ihr Eigenthum [Eigentum] ein Raub des Feuerdämons geworden.&#13;
&#13;
- Einen guten Rath [Rat] möchten wir Frauen und Mädchen geben. Wenn sie sich nämlich Geheimnisse zu verrathen [verraten] haben, besonders wenn diese noch etwas zarter Natur sind, so sollten sie sich nicht grade unter die Treppe stellen, welche zur [zum] „Demokrat“ Office führt. Obgleich das vorige Woche stattgefundene Gespräch nicht für unsere Ohren bestimmt war, so ist das Geheimniß [Geheimnis], welches da verhandelt wurde, dennoch gut aufgehoben. Wir verrathen [verraten] nichts.&#13;
&#13;
- Also nächsten Dienstag ist Circustag [Zirkustag]. Da aber jeder Circus [Zirkus] stets eine Anzahl von allerlei Schwindlern im Gefolge hat, so machen wir unsere Leser, welche an diesem Tage zur Stadt kommen, um den „Elephanten“ zu sehen, besonders darauf aufmerksam, ihre Geldtaschen vor Taschendieben zu bewahren, denn deren gibt’s immer wo sich eine nach tausenden zählende Menschenmenge versammelt und sich drängt. Jeder sollte, wenn er sein Ticket kauft, die nötige „change“ haben, damit er nicht viel Geld zeigt.&#13;
&#13;
- Der Carroll Blaine und Logan Club ist bereits selig entschlafen. Die Begeisterung, die man künstlich zu erwecken suchte unter der hiesigen Bevölkerung, konnte nicht erreicht werden trotz aller krampfhaften Versuche, und da die Herren, welche diesen Club in’s Leben riefen, selbst nicht in die Tasche greifen wollten, um Geldmittel für den Club zu bekommen, so scheiterte das ganze Unternehmen. Und wie hier in Carroll, so geht es in vielen andern Orten. </text>
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              <text>Carroll and the surrounding region&#13;
&#13;
____________________________&#13;
&#13;
- Watch out for pickpockets next Tuesday.&#13;
&#13;
- On Sunday, the children of the local Catholic congregation went to their first communion.&#13;
&#13;
- The Prohibition Act comes into effect today. However, no one will suffer from thirst.&#13;
&#13;
- August Böhme is regarded a master of calligraphy and indeed, he really is.&#13;
&#13;
- The butter churner of Mt. Carmel, Mr. Miller, left for his home in Illinois on Tuesday.&#13;
&#13;
- Mr. P. M. Guthrie, delegate for the Democratic National Convention, is travelling to Chicago on Sunday.&#13;
&#13;
- Mrs. Jacobsberger of Waterloo stayed for several weeks in the family of Mr. Petersberger as a visitor.&#13;
&#13;
- And in "the heat" we should not drink a cooling, revitalizing, refreshing beer. This is insane!&#13;
&#13;
- Our Carroll Music Corps went to Danbury on Tuesday morning to play at the local farming exhibition. &#13;
&#13;
- The mother of John Loebl arrived here last week from Milwaukee to stay with her son for good. &#13;
&#13;
- Many Carroll County Democrats are going to Chicago to the Democratic National Convention.&#13;
&#13;
- The net revenue of the Catholic picnic on Tuesday last week is $302. The money will be used to improve the school.&#13;
&#13;
- Mr. Loch of Breda was in the city last Saturday to sell tickets for a shotgun that will be raffled on July 8th.&#13;
&#13;
- At Henry Dopheide Jr.’s, in Roselle Tp., the inauguration of the new house took place, which was very sociable.&#13;
&#13;
- On Sunday, the year-old son of H. Billerbeck was buried in Mt. Carmel. It died of cholera. Our condolences!&#13;
&#13;
- The vote, held on Tuesday, on whether Carroll should construct waterworks in value of $10,000 was passed by a majority of 45 votes&#13;
&#13;
- In Mt. Carmel, the only son of Mr. F. W. Krause died on Sunday of cholera. The funeral took place on Monday. We offer our sympathies!&#13;
&#13;
- The ice cream and strawberry party of the ladies of the Episcopal congregation last Friday in Stanton's Garden was well attended and had a net revenue of $15.&#13;
&#13;
- Against filthy, debased, and creeping braggards of the Prohiblicans only one means helps: 'To flog' so that they get enough of their own medicine.&#13;
&#13;
- On Saturday morning, the family of Frank Pape, residing four miles north of town, was delighted by the arrival of a healthy boy. Mother and child are well. Best of luck!&#13;
&#13;
- On Tuesday last week, in Hillsdale, Ludwig Hitzlsperger and Elsiabeth Weiners were married. Both from Pleasant Valley Township. We wish the young couple happiness and blessing on their way through life.&#13;
&#13;
- Gerh. Brüggemann of Mt. Carmel visited us this week and complained that he would be soon be unable to breathe. This will be better after the Fourth. Because, as it seems to us, he is suffering from adiposity.&#13;
&#13;
- The first poser will be subpoenaed or has to dangle. A free nation does not need spies or posers. The Republicans have made the Prohibition Act, and it is their business to have it enacted if they can.&#13;
&#13;
- Thursday evening last week, two long trains with emigrants came through Carroll on their way westward. They were mostly Norwegians, Swedes and Danes. But there were also Englishmen among them.&#13;
&#13;
- Before the next edition of the 'Democrat' appears the Democratic Convention in Chicago will have decided who will be the Democratic standard bearer in this presidential election. Hopefully, Governor Cleveland from New York will be nominated as presidential candidate.&#13;
&#13;
- Mr. Peter Berger was not mentioned last week by accident as one of those people who had done so much at the Catholic Picnic. We also forgot Miss Mary Knieplen, sister-in-law of Mr. Chas. Ludwig from the popular company 'Gebrüder Ludwig', for which we apologize.&#13;
&#13;
- The company 'Kohn &amp; Adler' in Rock Island, III., asked us to inform our readers that the people who send their names and addresses to us will get a complete copy of the Iowa Prohibition Law and other interesting notes. Kohn &amp; Adler is a wholesaler in spirits.&#13;
&#13;
- We spoke some days ago with several Republicans about the prohibitionists and the Know-Nothing Blaine. One of these Republicans then held that several high-ranking Democrats in Carroll said that they would vote for Blaine. When we asked them who these high-ranking Democrats were, they were, of course, unable to answer because it was just a statement to catch the gullible.&#13;
- John W. Guthrie, son of P. M. Guthrie, returned from Notre Dame in Indiana to recover from his strenuous studies during the two-month vacation. He was especially zealous to learn the German language thoroughly. As usual, he received several prizes this year for the best studies.&#13;
&#13;
- A fire destroyed the department store and the inventory of Swender brothers in Maple River Junction on Sunday night. The fire was discovered at about 1am. The owners were in Carroll at the time of the fire and had no idea that their property had fallen prey to the fire demon.&#13;
&#13;
- We want to give good advice to women and girls. If they have to reveal secrets to each other, especially if these are still a little delicate in nature, they should not stand under the staircase that is leading to the 'Democrat’s' office. Although the conversation which took place last week was not intended for our ears, the secret that has been negotiated is nevertheless well preserved. We won't tell anything.&#13;
&#13;
- So, next Tuesday is circus day. But since every circus always has a number of all kinds of swindlers, we alert our readers who will be coming to town on this day to see the 'elephant' to protect their purses from the pickpockets, since they are everywhere where you can find a big crowd of people pushing and pressing. Everyone should have the necessary "change" when he buys his ticket, so he does not show much money.&#13;
&#13;
- The Carroll Blaine and Logan Club has already gently departed. The enthusiasm, which was sought artificially among the local population, could not be found despite all the convulsive attempts, and since the gentlemen who created this club did not want to invest their own money to get money for the club, the whole enterprise failed. And like here in Carroll, so it is in many other places. Where first the nomination of Blaine and Logan was greeted with joy, suddenly a conspicuous cool came along. All the Republicans, who really mean honestly, are suddenly struck by the fact that this ticket is not the right one, and the best proof for this is the fact that 45 daily Republican newspapers have already declared against the Republican presidential candidates. The local, gently departed Blaine and Logan Club we wish eternal rest.&#13;
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              <text>-- Während es allen möglichen Spielern, Schwindlern und Betrügern am Circustag erlaubt war mit aller möglichen Frechheit ihre schamlosen Gewerbe öffentlich zu betreiben, war es nicht möglich ein Glas Bier erhalten zu können.&#13;
-- Verschiedene der Leute, die am ärgsten für Prohibition wühlten und dafür stimmten, waren die ersten, welche in Drugstores nach “Starkem” fragten. Es wurde natürlich abgeschlagen. Ob es nur Spitzel sind? Möglich!&#13;
-- Zur Feier des Tages kaufte sich Jemand in Arcadia am 4. Juli einen sogenannten Haarbeutel, fühlte recht gut und brach ein Bein. Jetzt kommt die Frau und klagt auf Schadenersatz, weil ihr Mann zu gut fühlte.&#13;
-- Noch nie, so lange Iowa als Staat organisirt [organisiert] ist, hat sich soviel Whiskey in demselben befunden, als jetzt, nachdem das Prohibitionsgesetz in Kraft ist. Fast in jedem Haus gibt’s jetzt solchen. Das Bier ist verbannt, der Whiskey führt jetzt die Herrschaft.&#13;
&#13;
[transcribed by Noah Hochstetler]</text>
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              <text>Clayton County Journal. GUTTENBERG PRINTING CO.,&#13;
Publishers.&#13;
S.L. SAGE, Editor and Manager. GUTTENBERG, IOWA&#13;
&#13;
Deutsche Lokal-Nachrichten. Provinz Brandenburg.&#13;
Landsberg	a.W.	Übermäßiger Alkoholgenuss ist dem Fuhrmann Ernst Wilke verhängnisvoll geworden. Wilke war mit noch zwei anderen Fuhrleuten beschäftigt, Langholz aus dem Kladower Forst nach hier zu fahren. Unterwegs kehrten sie in einem Wirthshause ein und nahmen in reichlichem Maße alkoholische Getränke zu sich. Als sie eine Anhöhe hinunterfuhren, stürzte Wilke von seinemSitze herab, die Räder des mit Langholz schwer beladenen Wagens gingen ihm über den Brustkasten und drückten denselben ein, so dass der Verunglückte bald darauf starb.&#13;
&#13;
Nieder-Schönweide. Der Vorsteher des hiesigen Postamtes, Postverwalter Karl Holtfreter, beging die Feier des 25 jährigen Dienstjubiläums.&#13;
&#13;
Plötzensee. Mit seiner Familie geflüchtet ist nach	Verübung	zahlreicher Wechselfälschungen der Kaufmann und Restaurateur Albert Moritz, der am Spandauer Schifffahrts[k]andal ein umfangreiches Petroleumgeschäft betrieb.&#13;
&#13;
Prenzlau. Der frühere Schuhmachermeister, Rentier Wilhelm Theodor Vogel, und der Tapezier Christian August Hermann Keimling begingen ihr 50jähriges Bürgerjubiläum. Eine Abordnung der städtischen Behörden, bestehend aus den Stadträthen Kauffmann und Schneider und den Stadtverordneten Kleinodt und Gruner, überreichte jedem der Jubilare ein künstlerisch ausgestattetes Glückwunschschreiben.&#13;
 &#13;
Rixdorf. Am Fahrstuhl ist der 35 Jahre alte Klempner Willhelm-Höppner hierselbst wohnhaft, tödtlich verunglückt. - Der in weitesten Kreisen bekannte Eigenthümer Oskar Adam feierte mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit.&#13;
&#13;
Rummelsburg. Als Leiche wurde der Obersekundaner Süßkow von hier wiedergefunden, der seit einiger Zeit verschwunden war, nachdem er  in  der Anstalt an der Schillingsbrücke ein Bad genommen hatte. Seine Leiche wurde im Grunewald am Havelufer angeschwemmt und gelandet.&#13;
&#13;
Schöneberg. Die zwangsweise Pensionierung des Direktors der hiesigen hohenzollern schen Schule, Dr. phil. Erich Bartels, hat der Magistrat bei dem Provinzialschulkollegium beantragt. Bartels, der sich zur Zeit in der Maison de santé befindet, leidet an fortschreitender Gehirnlähmung, welche die Wiederaufnahme der Berufsthätigkeit ausschließt. - Im Botanischen Garten feierte der Gartenarbeiter Böttcher, Bahnstraße 45 wohnhaft, sein 25 jähriges Arbeitsjubiläum.&#13;
&#13;
Tempelhof. Der hier in der Kaiserin- Augustastraße 41 wohnhafte Weichensteller Karl Tresemer wurde auf dem hiesigen Rangierbahnhofe beim Überschreiten des Geleises von einem Zuge überfahren und erlitt so schwere Verletzungen, dass er im Elisabeth-Krankenhause in Berlin verstarb. Tresemer hinterlässt seine Frau und zwei schulpflichtige Kinder.&#13;
&#13;
Provinz Ostpreußen.&#13;
Königsberg. Im Alter von 67 Jahren verstarb hier Sanitätsrath Dr. Adolf Kahnemann nach langem Leiden.&#13;
&#13;
Barranowen. Dem Schäfer Johann Konietz wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.&#13;
 &#13;
Goldap. Die Tischlerwitwe Drescher hatte sich vom Hause entfernt, um Sauerampfer zu pflücken. Sie kam dabei an einen steilen Abhang, glitt hinunter und fiel in den Graben, der durch die letzten Regengüsse angeschwollen war, und ertrank.&#13;
&#13;
Horst. Bei der Herstellung von Butter mit einer Buttermaschine war der dreijährige Sohn des Besitzers Blumenthal zugegen. Der Knabe, welcher sich an der Maschine zu schaffen machte, fiel plötzlich in das Getriebe und wurde mehrmals herumgeschleudert, so dass der Tod auf der Stelle eintrat.&#13;
&#13;
Provinz Westpreußen.&#13;
Marienburg. Todt aufgefunden wurde der arbeitslose Bäckergeselle Brenk in der Nähe der Artilleriekaserne. Brenk stand in den 60er Jahren, hielt sich in letzterer Zeit in unserer Umgegend auf und war ein arbeitsscheuer Mensch.&#13;
&#13;
Ohra. Das Johannisstift, Rettungshaus für Knaben, beging das Fest seines 50jährigen Bestehens. Aus diesem Anlasse wurde dem Pfarrer Klefeld der Rothe Adlerorden vierter Klasse und dem Hausvater Ziegner das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.&#13;
&#13;
Zempelburg. Im See bei Nichors ertrank der Arbeiter Wietzig von hier. Er fuhr mit seiner Frau in einem schadhaften Kahne zum Kartoffelpflügen über den See. Auf der Fahrt füllte sich der Kahn mit Wasser  und ging unter. Da nahm Wietzig seine Frau auf den Rücken und versuchte schwimmend das Ufer zu erreichen. Doch bald waren seine Kräfte erschöpft. Als dann das Ehepaar um Hilfe rief, eilte der Fischer Seidak, der gerade im See fischte, zur Rettung herbei. Leider konnte er nur die Frau retten, während der Mann vor seinen Augen versank.&#13;
&#13;
Provinz Pommern.&#13;
Stettin. Die 56jährige Hebeamme Wilhelmine    Laube    vergiftete    sich    mit&#13;
 &#13;
Sublimat. - Der fünfjährige Sohn des Arbeiters Zehn stürzte von der Wäschespüle an der Schiffsbaulastadie in der Oder und ertrank.&#13;
&#13;
Bansin. Der 29 Jahre alte Kutscher Wilhelm Böckler wurde beim Plankenfahren von einer Planke so unglücklich auf den Leib getroffen, dass er infolge der erhaltenen Verletzungen gestorben ist.&#13;
&#13;
Damsdorf. Das Anwesen des Besitzers Skibbe brannte vollständig nieder; der angerichtete Schaden ist groß.&#13;
&#13;
Franzburg. Das Ehepaar Schulz feierte in voller Rüstigkeit seine goldene Hochzeit.&#13;
&#13;
Greifenberg. Der kommissarische Seminar&#13;
– Oberlehrer Geisler ist vom Magistrat einstimmig zum Rektor der Stadtschule und Frühprediger hierselbst gewählt worden.&#13;
&#13;
Kussenow. Kuszanowol In der Nähe der Papiermühle in Schivelbein ereignete sich ein bedauerlicher Unfall. Der Rentenhofsbesitzer Fröter von hier hatte Schweine zur Stadt gebracht und wollte auf dem Rückwege Schrot von der Papiermühle mit nach Hause nehmen. Dabei geriet[h] er mit dem Fuhrwerk an einer Stelle des Weges, die nach den großen Schneeverwehungen vom Freiwasser der Mühle unterspült war. Das Fuhrwerk schlug um und der Führer flog kopfüber in den Sumpf und erstickte, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte.&#13;
&#13;
Provinz Schleswig –Holstein.&#13;
Kiel. Stadtrath Fabrikant Daevel und Konul Mohr, der Direktor der Kieler Bank, sind zu Kommerzienräthen ernannt worden. - Die bekannte Butter- und Fettwaaren- Engroshandlung von E. Harz feierte ihr 50 jähriges Geschäfts-Jubiläum.&#13;
 &#13;
Krempdorf. Das Ehepaar Schuldt beging unter zahlreicher Betheiligung im Kremperhof die Feier der diamantenen Hochzeit.&#13;
&#13;
Poppenhusen. Das Rolfsche Anwesen wurde durch Feuer gänzlich zerstört.&#13;
&#13;
Schenefeld.	Der bisherige Gemeindevorsteher Riecken wurde als solcher für die nächsten 6 Jahre wiedergewählt.&#13;
&#13;
Wester-Ihlienworth. In der Familie des Hofbesitzers Heinrich Wiebold wurde eine dreifache Hochzeit gefeiert. Seine silberne, seiner hochbetagten Eltern diamantene und seiner Tochter grüne Hochzeit.&#13;
&#13;
Provinz Schlesien.&#13;
Breslau. Der Kriegsgerichtsrath Schönewerk, bisher beim Stabe der Oberasiatischen Brigade, ist zum Oberkriegsgericht des 6. Armeekorps (Breslau) versetzt worden. - Der erste Staatsanwalt bei dem hiesigen Landgericht, Grospietsch, ist zum Geheimen Justizrath ernannt worden.&#13;
&#13;
Babitz. Der Häuslersohn Franz Dziedzoch feierte seine Hochzeit. Eben hatten sich nach Rückkehr vom Tanz die Hochzeitsgäste verabschiedet, als in dem Hochzeitshause Feuer ausbrach und dieses vollständig einäscherte. Sämmtliches Mobiliar, darunter auch die Hochzeitsgeschenke des Brautpaares, wurde ein Raub der Flammen.&#13;
&#13;
Girlachsdorf. Dem Hochwasser zum Opfer gefallen ist das 3 jährige Kind des Pferdeknechtes Renner von hier. Dasselbe spielte mit mehreren anderen Kindern im Sande und wollte sich in der Neiße die Hände abwaschen, stürzte hinein und ertrank.&#13;
&#13;
Gleiwitz. Auf dem Labander Exerzierplatze wurde bei Übungen des Ulanen- Regiments Unteroffizier Regner von seinem&#13;
 &#13;
Hintermann durch einen Lanzenstich schwer verletzt.&#13;
&#13;
Glogau. Die hiesige Loge „Zur biederen Vereinigung“ beging die Feier des hundertjährigen Jubiläums. Von allen Seiten waren hierzu Gäste erschienen.&#13;
&#13;
Provinz Posen.&#13;
Marienthal. Die Arbeiterfrau Susanne Dlugan verunglückte auf der Heimfahrt. Bei einer scharfen Biegung des Weges stürzte der Wagen um, und hierbei fiel die Dlugan so heftig gegen einen Baum, da[ss] sie auf der Stelle getödtet wurde.&#13;
&#13;
Samter. Drei Kinder des Fuhrwerksbesitzers Weimann sind infolge des Genusses von vergifteten Brocken, welche zur Vertilgung des Raubzeuges auf den Wilkeschen Feldern lagen, gestorben.&#13;
&#13;
Wronke. Feuer zerstörte das Wohnhaus des Ackerbürgers Renn in der Vorstadt. Die Ausgedingerin Schukala, die 90 Mark aus den Flammen retten wollte, erlitt gefährliche Brandwunden, denen sie erlegen ist.&#13;
&#13;
Zalesie. Bei einem Stubenbrande kamen zwei Kinder des Arbeiters Ring, in Abwesenheit der Eltern, in den Flammen um.&#13;
&#13;
Provinz Sachsen.&#13;
Magdeburg. Die Schuhmachersfrau Bartels, die an Gesichtsrose litt, erdrosselte ihre Tochter von vier Jahren, ertränkte einen Knaben von ¾ Jahren und erhängte dann sich selbst. Grund der That war der bevorstehende Tod ihres Mannes, der an Gehirnentzündung erkrankt war. - Die Maschinenfabrik Hermann Laatz &amp; Co., Magdeburg-Neustadt, beging die Feier des 25 jährigen Jubiläums ihres Meisters Griebsch und Vorarbeiters Dettmann.&#13;
 &#13;
&#13;
Altenroda. Im Gehöfte des Landwirths Seidler brach ein Brand aus, der durch ein Dienstmädchen vorsätzlich angelegt worden sein soll.&#13;
&#13;
Bitterfeld. Die philosophische Fakultät der Universität Gießen ernannte zur Zeit in Spanien beim Bau einer großen elektro- chemischen Fabrik beschäftigten Erbauer und ersten Direktor der chemischen Fabrik Elektron 1 hierselbst, Pistor, zum „Dr. phil. honoris causa“.&#13;
&#13;
Burg. An Stelle des verstorbenen Stadtraths Gabriel wurde der bisherige Stadtverordnete Rentier Karl Weber zum Stadtrath gewählt. Die beiden ausscheidenden unbesoldeten Stadträthe Fabrikbesitzer Arnold Wilke und Kaufmann&#13;
C. A. Ehrecke senior wurden wiedergewählt.&#13;
&#13;
Gardelegen. Das 350jährige Bestehen des hiesigen Schützenvereins soll am 16. und 17. August in festlicher Weise begangen werden. Zur Theilnahme an der Jubelfeier, bei der auch ein großer Festzug veranstaltet wird, sollen an alle Schützen der Altmark Einladungen ergehen.&#13;
&#13;
Provinz Hannover.&#13;
Groß-Buchholz. Sein 25jähriges Stiftungsfest feierte der Männergesangverein hierselbst. Es waren vierzehn auswärtige Vereine vertreten. Die Festrede hielt Lehrer Plüer.&#13;
&#13;
Hameln. Die beiden hiesigen Lehrer Dettmers und Fenner vergnügten sich auf der Weser mit Kahnfahren, kamen aber dem Wehre (beim Lachsfange) zu nahe und wurden infolge der starken Strömung über dasselbe getrieben. Während sich Lehrer Dettmers durch Schwimmen rettete fand der andere seinen Tod in dem Wasser.&#13;
&#13;
Hölingen. Die 44 jährige Wittwe Coordden, welche vor einiger Zeit mit dem rechten Arm&#13;
 &#13;
in das Getriebe ihrer Dreschmaschine gerieth, ist am Wundstarrkrampf gestorben.&#13;
&#13;
Katzenstein. Von den Katzensteiner Klippen, den schroff abfallenden Gipsfelsen, ist der achtjährige Schulknabe Karl Rädecker abgestürzt. Der Verunglückte ist an den erlittenen Verletzungen gestorben.&#13;
&#13;
Polle. Bei einem hier niedergegangenen schweren Gewitter wurde die Ehefrau des Arbeiters Rinne vom Blitze erschlagen. Die Frau, die in ihrem unweit des Ortes gelegenen Garten arbeitete, wurde am Halswirbel getroffen und war sofort todt.&#13;
&#13;
Sulingen. Der vor kurzem verstorbene Kaufmann Wilhelm Melloy in Bremen hat durch Testament unserer Kirche für einen Kirchthurm 15,000 Mark, dem Flecken hier, seinem Geburtsort, für Armenpflege 5000 Mark und dem hiesigen Kreiskrankenhause 5000 Mark vermacht.&#13;
&#13;
Provinz Westfalen.&#13;
Münster. Der in der Neustadt 15 wohnende Speisewirth Kappen, ein schon ziemlich bejahrter Mann, hat sich erschossen. – Kaplan Böddinghaus,  früherer  Leiter  des&#13;
„Westfälischen Merkur“, ist infolge Blutsturz gestorben.&#13;
&#13;
Altstatte. Den Eheleuten Berthold wurden vier Knaben geboren. Die Kinder wurden jedoch nur einige Stunden alt.&#13;
&#13;
Dortmund. In der Morgenschicht verunglückte auf Schacht Kaiserstuhl 1 der Bergarbeiter und Lehrbauer Johann Stein hierselbst dadurch, dass derselbe von einem Förderwagen auf der ersten Sohle erfasst wurde. Stein wurde als Leiche zu Tage gefördert.&#13;
&#13;
Ergste. Der Maschinist Fritz Tillma auf dem Dortmunder Wasserwerk feierte sein 25 jähriges Dienstjubiläum.&#13;
 &#13;
Hörde. Einen schweren Unfall erlitt der Knecht Wilhelm Gosda vom Kaiserberg. Gosda befand sich auf einem mit Steinen beladenen Wagen und gerieth unglücklicher Weise unter sein eigenes Fuhrwerk, das ihm das rechte Bein zerschmetterte.&#13;
&#13;
Lünen. Vor Kurzem konnte L. Berthold das Jubiläum seiner 25-jährigen Thätigkeit bei der Firma Ferdinand Schultz &amp; Co. feiern.&#13;
&#13;
Rheinprovinz.&#13;
Kleinenbroich. Unter großer Betheiligung der Ortseingesessenen fand hier die diamantene Hochzeit der Eheleute Knepperges statt.&#13;
&#13;
Koblenz. Einer der ältesten rheinischen Juristen, der frühere Friedensrichter, spätere Amtsgerichtsrath Bram, Geheimer Justizrath, ist hier im Alter von 78 Jahren gestorben. Bram war ein eifriger Förderer der Eifelsache.&#13;
&#13;
Rheinberg. Im Alter von nahezu 93 Jahren starb hier infolge Altersschwäche der Notar Geheimer Justizrath Johann Josef Kewer. Der Verstorbene hat hier 47 Jahre lang als Notar amtiert, war Ehrenbürger unserer Stadt und in weiteren Kreisen als Dichter bekannt.&#13;
&#13;
Solingen. Der in einer hiesigen Volksschule angestellte Lehrer Horstmann hat sich in seiner Wohnung während der Abwesenheit seiner Ehefrau erschossen. Tiefsinn und Zwist mit Vorgesetzten soll das Motiv zur That sein.&#13;
Trier. An Stelle des verstorbenen Direktors des Provinzialmuseums hierselbst Professor Dr. F. Hettner ist der Archäologe, Direktor des akademischen Kunstmuseums, ordentlicher Professor Dr. Georg Loeschke, als Mitglied in die Zentraldirektion des kaiserlichen Deutschen archäologischen Instituts in Berlin berufen worden.&#13;
 &#13;
Provinz Hessen-Nassau.&#13;
Marburg. Der Geheime Medizinalrath Professor  Ernst  Küster  hier,  Direktor  der chirurgischen Universitätsklinik, hat in seinem  Militärverhältnis  eine  besondere Auszeichnung erfahren. Bisher Generalarzt à la suite des Sanitätskorps, ist ihm der Rang als Generalmajor verliehen worden.&#13;
&#13;
Weidenhausen. Der Veteran aus dem Jahre 1870-71 Georg Rehbein, der an zahlreichen Schlachten teilgenommen hat, ist hier gestorben. Die ertragenen Strapazen hatten schwere Nachtheile für seinen Geist. Da seine Schwermuth in letzter Zeit besonders zugenommen, hat er trotz sorgfältiger Überwachung durch die Seinigen seinem Leben ein Ende gemacht.&#13;
&#13;
Mitteldeutsche Staaten.&#13;
Gernrode. Dem Amtsgerichtsrat[h] a. D. Emil Schwarzer wurde der Rothe Adlerorden vierter Klasse verliehen. – Berginvalide Eckert beging mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit.&#13;
&#13;
Harzburg. Beim Sprengen von Kalksteinen im Steinbruch der Mathildenhütte flog dem Steinbrucharbeiter Gottfried Frühauf ein großer Stein gegen den rechten Unterschenkel. Frühauf erlitt einen Bruch des Unterschenkels. – An Stelle der verstorbenen Lehrerin Hedwig Ahrens ist die Lehrerin Frl. Fräulein Pape in das Lehrerkollegium der hiesigen höheren Mädchenschule eingetreten.&#13;
&#13;
Ohrsleben. Pastor Dedekind feierte unter großer Betheiligung sein 25 jähriges Amtsjubiläum.&#13;
&#13;
Weimar. In	der hiesigen Generalversammlung der deutschen Shakespeare-Gesellschaft sprach Professor Dr. A. Brandl warme Worte zum Andenken des verstorbenen Präsidenten Oechelhäuser. Dramaturg Dr. Eugen Kilian aus Karlsruhe hielt den Festvortrag über&#13;
 &#13;
Shakespeares Monologe, der lebhaften Beifall fand. Zum neuen Präsidenten wurde Alois Brondl Brandl gewählt.&#13;
&#13;
Wolfenbüttel. Der Direktor der hiesigen Strafanstalten,	Oberregierungsrath Wilhelm Cruse, feierte sein 25 jähriges Amtsjubiläum. – Im Alter von 80 Jahren verstarb hierselbst der pensionierte Kantor F. Prüsse.&#13;
&#13;
Sachsen.&#13;
Dresden. Dem Gürtlerwaaren-Fabrikanten Osang wurde das Prädikat „Königlicher Hoflieferant“ verliehen. – Der hiesige bekannte Arzt Dr. von Reyher war so vertrauensselig, dem sich in seiner Klinik befindenden Kaufmann Adolf Bloch aus Warschau Warthpapiere im Betrage von 237,000 Mark anzuvertrauen. Bloch hat die ganze Summe verspekuliert und in anderer Weise im eigenen und im Interesse seines Bruder David Bloch aus Breslau verbraucht. Nach viertätiger Verhandlung wurde Adolf Bloch wegen Betruges zu fünf Jahren Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe, sein Bruder wegen Begünstigung zu acht Monaten Gefändnis verurtheilt.&#13;
&#13;
Altenhain. Das Ehepaar August Teichmann beging die Feier der goldenen Hochzeit.&#13;
&#13;
Berthelsdorf. Kantor Oswald feierte unter zahlreicher Betheiligung sein 25 jähriges Amts- und Ortsjubiläum.&#13;
&#13;
Chemnitz. Zur bleibenden Erinnerung an den Geburtstag weiland König Alberts ist von ungenannter Seite die Summe von 1500 Mark gestiftet worden zur Beschaffung einer goldenen und einer silbernen Amtskette für die Oberbürgermeister	und Stadtverordnetenvorsteher.&#13;
&#13;
Döbeln. Drei Arbeitern der Fabrik landwirthschaftlicher Maschinen von Franz Richter, dem Packmeister Ulbricht, Tischler Enger   und   Zimmermann   Bretschneider,&#13;
 &#13;
welche über 30 Jahre bei genannter Firma beschäftigt sind, wurde das tragbare Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit verliehen.&#13;
&#13;
Großdehsa. Das Anwesen der Wirthschaftsbesitzers Woijantz brannte nieder.&#13;
&#13;
Hessen-Darmstadt.&#13;
Erfelden. Sein 25 jähriges Amtsjubiläum als Lehrer in unsrer Gemeinde feierte Lehrer Stier.&#13;
&#13;
Groß-Zimmern. Der 80 jährige Oberlehrer Vierheller beging unter großer Teilnahme seine 50 jährige Thätigkeit als Kirchenrechner der hiesigen evangelischen Gemeinde. Kreisrath Lochmann überreichte ihm den aus diesem Anlasse verliehenen Verdienstorden Philipps des Großmüthigen.&#13;
&#13;
Hechtsheim. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der hiesigen freiwilligen Feuerwehr Wilhelm Schneider IV., Franz Beismann III. und Heinrich Wahl.&#13;
&#13;
Lißberg. Dem Dienstknecht Georg Dechert im Dienste des Landwirths Mann hierselbst wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.&#13;
&#13;
Bayern.&#13;
München. Generalleutnant Ritter von Haag, Kommandeur der 5. Division, wurde unter Ernennung zum lebenslänglichen Reichsrath der Krone Bayern und unter Verleihung des Charakters als General der Infanterie in Genehmigung seines Abschiedsgesuchs zur Disposition gestellt. – Dem Direktor der hiesigen Akademie der Tonkunst Bernhard Stavenhagen wurde auf dem Anhaltischen Musikfest der Friedrichsorden für Wissenschaft und Kunst verliehen. – Ertrunken ist im großen Stadtbache in der Nähe des Isartalbahnhofes das 4½ jährige Söhnchen des Trambediensteten Johann Baumgartner. &#13;
&#13;
Augsburg. Zugführer Josef Hotz feierte mit seiner Ehefrau die silberne Hochzeit, verbunden mit seinem 25 jährigen Dienstjubiläum und 60. Geburtstag.&#13;
&#13;
Bamberg. Die hiesige Strafkammer verurtheilte den Bürgermeister Lahner wegen fahrlässiger Tödtung im Falle der Armenhäuslerin Geck zu vier Wochen Gefängniß. Die Gemeindedienerin Bernreuther wurde freigesprochen.&#13;
&#13;
Berghofen. Die hiesige Schulgemeinde feierte das 40jährige Dienstjubiläum des Lehrers H. Bisle.&#13;
&#13;
Dorfgütingen. Bahnwärter Hauck wurde von einem Zuge überfahren und getödtet.&#13;
&#13;
Ingolstadt. Von Bahnarbeitern wurde auf der Eisenbahnbrücke zwischen Lokal- und Zentralbahnhof der Hoboist [Oboist] Karl Wank des 13. Infanterie-Regiments todt aufgefunden. Wank hat sich von einem Zuge überfahren lassen.&#13;
&#13;
Kitzingen. In einer Fichtenwaldung bei Wildenroth wurde der 20jährige Reisende Hermann Klugmann hier erschossen aufgefunden. Klugmann scheint die That aus Furcht vor Strafe begangen zu haben, da eine gerichtliche Vorladung bei ihm vorgefunden wurde.&#13;
&#13;
Württemberg.&#13;
Reutlingen. In den Räumen des Museums fand eine Abschiedsfeier zu Ehren des scheidenden Finanzraths Volz statt, der 23 Jahre dem hiesigen Kammeralamte vorstand und seinen Ruhestand in Stuttgart verleben will.&#13;
&#13;
Rottenburg. Sein 25 jähriges Jubiläum im Dienst der hiesigen Stadt feierte&#13;
 &#13;
Musikdirektor I. Huber. Der Jubilar ist zugleich Chordirektor an der hiesigen Heiligenkreuzkriche, deren Kirchenchor sich den besten des Landes beizählen darf.&#13;
&#13;
Ulm. Kanonier Jakob Bollinger von der 2. Batterie des Feldartillerie- Regiments 49 wurde wegen mehrerer Sittlichkeitsverbrechen an Kindern vom hiesigen Kriegsgericht zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten verurtheilt.&#13;
&#13;
Vaihingen a.E. In der Scheune der Wittwe Bammesberger brach Feuer aus, welches auch die dicht daneben befindliche Scheuer des Gemeinderaths Roberts Rieger einäscherte. Beim Einreißen einer mit Einsturz drohenden Wand ist ein Feuerwehmann, der Küfermeister Ludwig Krauß von hier verunglückt. Das Feuer war durch den Sohn der Frau Bammelsberger angelegt, welcher sich erschoss.&#13;
&#13;
Wurmlingen. Feuer zerstörte das Wohnhaus des Schuhfabrikanten Pius Pratzer.&#13;
&#13;
Baden.&#13;
Karlsruhe. Hofrath A. Mani, der langjährige Leiter der hiesigen Turnlehrerbildungs- Anstalt, vollendete in voller körperlicher und geistiger Frische sein 57. Lebensjahr. Aus diesem	Anlasse gingen dem Ehrenvorsitzenden der deutschen Turnerschaft zahlreiche Glückwünsche zu. – Hier starb die verwittwete Frau Kammersänger Malwina Schnorr v. Carolsfeld, Ehrenmitglied der Münchener Hofoper. Bei der 1. Aufführung von Wagners&#13;
„Tristan und Isolde“ im Juni 1865 zu München sang sie die Isolde, ihr Gatte Ludwig v. Schnorr, der 2. Sohn des berühmten Malers, den Tristan. Wenige Wochen nach jenen glanzvollen Münchener Tagen starb Ludwig v. Schnorr. – Wegen mehrfachen Straßenraubes verurtheilte das  hiesige  Schwurgericht  den  28jährigen&#13;
 &#13;
Taglöhner Jac. Vollmer aus Kork zu 2 ½ Jahren Zuchthaus.&#13;
&#13;
Allmendshofen. Das Ehepaar Hall feierte das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erhielt vom Großherzog ein Brautgeschenk.&#13;
&#13;
Degernau. Landwirth und Polizeidiener Dominick Meßmer fiel beim Futterrichten von der Leiter und zog sich schwere Verletzungen zu.&#13;
&#13;
Echbeck. Das Anwesen des Landwirths Müller brannte ab.  Der Schaden beträgt&#13;
29.000 Mark.&#13;
&#13;
Ettlingen. Zum Bürgermeister unserer Stadt wurde der Redakteur des Zentrumsblattes&#13;
„Bad. Landsmann“ Vinzenz Häfner gewählt. Er war bisher schon Obmann des Stadtverordnetenvorstandes.&#13;
&#13;
Rheinpfalz.&#13;
&#13;
Nußdorf. Tagner Phil. Franz Rämmele wurde am Thürpfosten seiner Wohnung erhängt aufgefunden.&#13;
&#13;
Rheingönnheim. Der 24 Jahre alte Tagner Simon Witz verunglückte in der Ziegelei von David Blüm, indem er mit der Hand in das Getriebe vom Erdaufzug kam, worauf der Arm und auch der Oberkörper in kurzer Zeit förmlich in das Getriebe hineingezogen und dadurch so schwer zerdrückt wurde, da[ss] der Tod des Witz eintrat.&#13;
&#13;
Zweibrücken. Der Präsident des hiesigen Oberlandesgerichts, Reichsrath von Hessert, der sein 70. Lebensjahr vollendete, hat seine Versetzung in den Ruhestand beantragt.&#13;
&#13;
Elsaß-Lothringen.&#13;
Straßburg. Zum Superior des Priesterseminars ist Domkapitular Keller ernannt worden. – Dem Obertelegraphen – Assistenten  a.  D.  Emil  Goetz  wurde  der&#13;
 &#13;
Kronenorden 4. Klasse verliehen. – Monteur Weckner stürzte bei dem zu den Kaisertagen ausgeführten Vorbereitungsarbeiten zur Illumination des hiesigen Hauptpostgebäudes ab und ist seinen Verletzungen erlegen.&#13;
&#13;
Hagenau. Der ehemalige französische Sprachlehrer Ravenue wurde festgenommen, um in der Irrenanstalt Stephansfeld interniert zu werden. Ravenne leistete bei seiner Festnahme heftigen Widerstand; er musste zuletzt in eine Zwangsjacke gesteckt werden.&#13;
&#13;
Ingweiler. In Buchsweiler fand das Kreisfeuerwehrfest statt; der hiesige Verein war mit seiner Musikkapelle recht zahlreich vertreten. In derselben Nacht konnte die Wehr noch in Thätigkeit treten, da der Bretterschuppen des Holzhändlers in hellen Flammen stand.&#13;
&#13;
Mecklenburg.&#13;
&#13;
Plau. Ihr 60 jähriges Bürgerjubiläum feierten Geheimer Kommissionsrath Senator Eichbaum und Tischlermeister F. Goldberg. Der Magistrat und Bürgerausschuss brachten den Jubilaren ihre Glückwünsche dar.&#13;
&#13;
Rostock. Dem Zahnarzt Th. Wörpel hierselbst wurde der Titel als „Hof-Zahnarzt“ verliehen.&#13;
&#13;
Wismar. Das 25 jährige Berufsjubiläum feierten Schriftsetzer Heinrich Schumacher in der Offizin der Eberhardschen Buchdruckerei und Vorarbeiter Fritz Bernier bei der Weingroßhandlung von F. Michaelis.&#13;
&#13;
Oldenburg.&#13;
Oldenburg. Das Fest der silbernen Hochzeit begingen Herr Adolf Meyer und Frau. Das Silberpaar erfreut sich noch bester Gesundheit.&#13;
 &#13;
Delmenhorst. Bei der in der evangelischen Kirche in Delmenhorst stattgefundenen Pfarrwahl wurde Pastor Meyer aus Elsfleth mit etwa 360 Stimmen gewählt, während Pastor Hollje 26 Stimmen erhielt.&#13;
Heppens. Unsere Gemeinde hat nach der Anfang Mai d. J. erfolgten Personenstandsaufnahme eine Einwohnerzahl von 10.384.&#13;
&#13;
Freie Städte.&#13;
Lübeck. Die weit über die Grenzen unserer Stadt als Landschafterin bekannte Malerin Elisabeth Reuter, Tochter des verstorbenen Dr. med. Reuter hier, ist in Heidelberg auf einer Studienreise nach kurzer Krankheit an Lungenentzündung gestorben. Die Verstorbene hatte auf Helgoland ein eigenes Atelier. Ihre Strandbilder und Marinen hatten einen besonderen Reiz und wurden gern gekauft.&#13;
&#13;
Bremen. Dr. Schurtz, Assistent am städtischen Museum, ein bekannter Ethnologe und Gelehrter, ist im Alter von 40 Jahren plötzlich gestorben. Schurtz war Mitarbeiter an der Helmholtzschen Weltgeschichte. – Ein schwerer Unfall ereignete sich im zweiten Freihafenbassin. Dort wurde der auf einem Bagger beschäftigte Vormann Jürgen Bradt aus Westrhauderfehn	durch	eine zurückschnellende Windenkurbel so unglücklich gegen den Kopf getroffen, dass er einen Schädelbruch erlitt. Bradt ist nach seiner Aufnahme im Diakonissenhause gestorben. – Auf dem Güterbahnhof neben dem Stationsgebäude an der Hemmstraße ist der Eisenbahnarbeiter Aug. Detering aus der Gösselstraße, 26 Jahre alt, zu Tode gekommen.&#13;
&#13;
Schweiz.&#13;
Bern. Auf einer Tour mit dem Fahrrad verunglückte in der Nähe von Worb der hiesige Storchenwirth Kammermann von Deutenberg. Er erlitt derartige innere Verletzungen, dass er abends starb.&#13;
 &#13;
&#13;
Glarus. Die Schulbehörden der Stadt Glarus haben beschlossen, die Schulen bis auf weiteres einzustellen, um einer Weiterverbreitung	der hier überhandnehmenden Diphteritis [Diphterie] vorzubeugen.&#13;
&#13;
Lausanne. Hier starb an einer Blutvergiftung, die infolge einer unbedeutenden Stirnverletzung eingetreten war, der Ingenieur Aloys von Muyden.&#13;
&#13;
Zürich. Der hiesige Seidenfabrikant Henneberg schenkte der Stadt Lindau, wo sich eine Filiale seines Geschäfts befindet, ein großes Ölgemälde, „Der Ritt König Wilhelms um Sedan“ von Rocholl.&#13;
&#13;
Tägerweilen. Frau Müller- Rüber hier ertränkte in der Jauchegrube ihren sechsjährigen Knaben und sich selbst. Die Ursache ist Geistesstörung.&#13;
&#13;
Österreich-Ungarn.&#13;
Hermannsstadt. Der bisherige Kommandant der hiesigen 32. Infanterie- Brigade, Generalmajor Haas v. Trotzen, wurde auf sein Ansuchen in den Ruhestand übernommen.&#13;
&#13;
Preßnitz. Das Wohnhaus des Müllers Franz Münzner brannte nieder.&#13;
&#13;
Reichenberg. Über das Vermögen des Tuchkaufmann Isidor Lucka hier wurde der Konkurs verhängt. – Jubelpriester und pensionierter Pfarrer von Turnfels (Wiener Diözese) Ferdinand Ginzel ist hierselbst im&#13;
87. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene entstammte einer alten Reichenberger Tuchmacherfamilie.&#13;
&#13;
Riesenberg. Conducteur Komanda stürzte auf der Strecke vom Wagen und blieb todt.&#13;
 &#13;
Luxemburg.&#13;
Boevingen. Als vor einigen Tagen die Ehefrau des Ackerers Sasser sich nach dem Bahnhof begeben wollte, kam ein Fuhrwerk angefahren. Eine Diele fiel herunter und traf die Frau auf den Fuß, dass derselbe schwer gequetscht und ärztliche Hilfe nachgesucht werden musste.&#13;
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